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Zum Tode von Liz Taylor : Ein Leben vor aller Augen

Ikone: Liz Taylor im Jahr 1960 Bild: AFP

Liz Taylor war ein Star der Superlative. Sie galt als die schönste Frau und war die berühmteste Schauspielerin der Welt. Sie führte ein öffentliches Leben zwischen Glamour, Sensation, Skandal und Absturz. Mit 79 Jahren ist sie nun in Los Angeles gestorben.

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          Es gab Zeiten, da galt sie als die schönste Frau der Welt; andere, in denen die Gazetten sie als monströse Alte ausstellten. Sie überzeugte als naive Kindfrau, temperamentvolle Südstaaten-Schönheit oder als hysterische Schlampe, hatte Kunstverstand und konnte unglaublich vulgär sein. Sie war ein Star wie keine andere - denn sie verkörperte keinen bestimmten Typ, weder im Leben noch in ihren Filmen, vielmehr immer nur den Luxus, den dieser Status garantiert: sich die drastischsten Widersprüche leisten zu können.

          Verena Lueken

          Redakteurin im Feuilleton.

          Elizabeth „Liz“ Taylor lebte diese Widersprüche bis zur physischen Zerstörung der ikonenhaften Weiblichkeit, der sie ihren Ruhm verdankte, ohne dabei jemals ihren Glamour zu verlieren. Die gnadenlose Indiskretion, der sie ausgeliefert war und in der sie sich oft auch lustvoll inszenierte, gab selbst ihren miesesten Zeiten noch den Glanz Hollywoods. Anders als Marilyn Monroe war sie weder Opfer des Starsystems noch allein sein perfektes Produkt - sondern die handfeste Verkörperung all seiner Ambivalenzen.

          So wurde sie zum Star der Superlative: Sie war nicht nur die Schönste, sondern auch die Teuerste (als „Cleopatra“ in dem gleichnamigen Film aus dem Jahr 1963, der ihr mehr als sieben Millionen Dollar einbrachte), die am häufigsten Verheiratete (siebenmal, davon zweimal mit Richard Burton) und ebensooft Geschiedene - eine Frau des Überflusses, die leidenschaftlich Juwelen sammelte und moderne Kunst; die sich bedingungslos in Freßsucht und Suff selbst zerstörte und dann beidem radikal abschwor; die sich die Männer nahm, die sie wollte, die pathetisch nach dem Tod des einen die Witwe spielte, mit dem anderen jahrelang eine hysterische Hassliebe zelebrierte, einem weiteren die ergebene Gattin war und ihren fünf Kindern eine liebevolle Mutter.

          Zweimal verheiratet, zweimal geschieden: Liz Taylor und Richard Burton

          In ihren Filmen erwachsen geworden

          Genüßlich notierte die Presse jeden Skandal, jede Affäre, die häufigen Krankheiten, Entziehungskuren, Gewichtszunahmen und Diäterfolge. Elizabeth Taylor lebte unter den Augen der Öffentlichkeit, von früher Kindheit an.

          In London 1932 geboren, tanzte sie schon als Siebenjährige vor der englischen Königsfamilie und wurde, nach der Übersiedlung ihrer Eltern nach Kalifornien, in Hollywood ein Kinderstar. Im Alter von zehn Jahren spielte sie in „Lassie Come Home“, erhielt anschließend einen Sieben-Jahres-Vertrag bei der MGM und wuchs dort unter „Big Daddy“ Louis B. Mayer auf. Sie schaffte es, auch in ihren Filmen erwachsen zu werden. Aus dem tierliebenden „poor little rich girl“ wurde die naive Schönheit, die glühend Leidenschaftliche, die giftig zänkische Ehefrau.

          Ihre künstlerisch erfolgreichste Zeit war das Jahrzehnt zwischen „Giants“ (1956, an der Seite von James Dean) und dem ehelichen Höllenspektakel, das sie 1966 mit Richard Burton in „Who's Afraid of Virginia Woolf“ veranstaltete, das ihr - nach „Butterfield 8“ aus dem Jahr 1960 - den zweiten Oscar einbrachte.

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