https://www.faz.net/-gqz-9m6ws

Komponist Böttcher gestorben : Er hatte die Winnetou-Filme geprägt

  • Aktualisiert am

Martin Böttcher bei den Karl May Festspielen in Bad Segeberg 2011 Bild: Picture-Alliance

Er hat die Musik zu mehr als 50 Kinofilmen und 300 Fernsehproduktionen geschrieben. Sein Klang war unverwechselbar. Jetzt ist der Filmkomponist Martin Böttcher im Alter von 91 Jahren gestorben.

          Der Filmkomponist Martin Böttcher, der den Klang der Winnetou-Filme geprägt hat, ist tot. Er starb in der Nacht zum Samstag im Alter von 91 Jahren, wie seine Tochter Betsy Schlüter am Montag der Deutschen Presse-Agentur bestätigte. Vorher hatte der Bayerische Rundfunk über den Tod des zuletzt in der Nähe von Rendsburg in Schleswig-Holstein lebenden Künstlers berichtet.

          Böttcher war bei zehn Karl-May-Kinofilmen für die Musik zuständig und gehörte zu den erfolgreichsten Filmkomponisten Deutschlands. 1962 stand seine „Old Shatterhand“-Melodie 17 Wochen an der Spitze der deutschen Charts und wurde mehr als 100 000 Mal verkauft.

          Der Urenkel eines Weimarer Hofkapellmeisters wurde 1927 in Berlin geboren. Seit einem Sturz als Kind hörte er nur noch auf einem Ohr. Kurz vor Kriegsende wurde er zur Luftwaffe eingezogen und zum Pilot ausgebildet. In der Gefangenschaft brachte sich Böttcher das Gitarrenspiel selbst bei. Nach dem Krieg ging er nach Hamburg, wo er im Tanz- und Unterhaltungsorchester des Nordwestdeutschen Rundfunks anheuerte. 1954 entschied sich Böttcher endgültig fürs Komponieren.

          Sein Debüt als Komponist bei einer Spielfilm-Produktion gab Böttcher 1955 in „Der Hauptmann und sein Held“. Schon der zweite Film, an dem er mitwirkte, „Die Halbstarken“ (1956) mit Horst Buchholz, wurde ein großer Erfolg. Danach vertonte Böttcher immer neue Geschichten – zunächst für das Kino, später vor allem für das Fernsehen. „13 kleine Esel“ mit Hans Albers und Heinz Rühmanns „Pater Brown“-Filme gehörten ebenso dazu wie Edgar-Wallace-Filme und zuletzt „Pfarrer Braun“ (bis 2013).

          Martin Böttcher erhielt für seine Arbeit das Bundesverdienstkreuz am Bande und verschiedene andere Auszeichnungen. Neben Benny Goodman und Frank Sinatra war er Ehrenmitglied der amerikanischen Max Steiner Society.

          Weitere Themen

          Sie ist der Boss

          Phänomen Alice Merton : Sie ist der Boss

          Alice Merton macht Songs für den Massengeschmack, auf die sich Radiohörer von Amerika bis Deutschland einigen können. Aber sie macht sie selbst. Über einen Profi in der Musikbranche – und die Sehnsucht, dazuzugehören.

          Alice Merton, kann Deutschland Heimat sein? Video-Seite öffnen

          Tonangeber Folge 2 : Alice Merton, kann Deutschland Heimat sein?

          In „No Roots“ sang Alice Merton von ihrer Heimatlosigkeit – und wurde weltbekannt. Wir haben sie in ihrer Geburtsstadt Frankfurt getroffen und über die Sehnsucht nach Wurzeln gesprochen.

          Wunschkonzert zur Apokalypse

          „100 Songs“ in Stuttgart : Wunschkonzert zur Apokalypse

          Der Dramatiker Roland Schimmelpfennig inszeniert in Stuttgart eine Playlist gegen den Tod. In „100 Songs“ verbinden sich ultrakurze Schicksalsmelodien mit den Lebensgeschichten ganz normaler Leute.

          Topmeldungen

          Steinbach und der Fall Lübcke : „Du trägst Mitschuld an seinem Tod“

          Nach dem Mord an Walter Lübcke hat der frühere CDU-Generalsekretär Peter Tauber seinen Vorwurf gegenüber seiner früheren Parteifreundin Erika Steinbach wiederholt. Steinbach sieht darin eine Diffamierung.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.