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Wie authentisch ist „Operation Walküre“? : Wir wollen der Welt vom 20. Juli erzählen

  • -Aktualisiert am

Wie verhält sich Bryan Singers „Operation Walküre” zu den historischen Tatsachen? Bild: AP

Kaum einem Film ging eine so heftige Diskussion voraus wie Bryan Singers „Operation Walküre“ über den deutschen Widerstand gegen Hitler. Wie historisch genau ist diese Produktion? Ein Gespräch mit den Drehbuchautoren Nathan Alexander und Christopher McQuarrie sowie dem Historiker Peter Hoffmann.

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          Am Donnerstag ist in den deutschen Kinos Bryan Singers Stauffenbergfilm „Operation Walküre“ angelaufen. Über die Zulässigkeit dieses Films, seiner Drehorte und seines Hauptdarstellers Tom Cruise hatte es heftige Auseinandersetzungen gegeben. Könnte ein Film wie dieser dem deutschen Widerstand gegen Hitler überhaupt gerecht werden? Ein Film voller Fehler, wie aufgrund von Drehbuchlektüren geurteilt wurde? Würde der Film die Tatsache des Widerstands gegen Hitler weltweit bekannt machen oder nur eine Hollywood-Version liefern?

          Mittlerweile hat „Walküre“ in den Vereinigten Staaten bereits über 75 Millionen Dollar eingespielt. Nicht nur in Zeitungen, auch in amerikanischen Schulen führt der Film zu lebhaften Diskussionen über den deutschen Widerstand. Umso wichtiger die Frage nach der Authentizität des Films. Der Historiker Peter Hoffmann ist international einer der besten Stauffenbergkenner. Er hat Christopher McQuarrie und Nathan Alexander während ihrer Arbeit am Drehbuch ohne Honorar informell beraten, sein Name steht in der Danksagungsliste am Filmende. Wir haben ihn mit den Drehbuchautoren zusammengebracht, um zu erfahren, wie er als Historiker den Film beurteilt - und wie die Drehbuchautoren ihre Darstellung begründen.

          Herr Hoffmann, ist es wirklich so gewesen? Ist die Geschichte, wie sie uns Christopher McQuarrie und Nathan Alexander erzählen, wahr?

          Peter Hoffmann: Ja, im Wesentlichen ist sie vollkommen wahr.

          Drehbuchautor Christopher McQuarrie: „Wir brauchten Stauffenbergs Rolle nicht zu manipulieren, um ihn im Zentrum der Geschichte belassen zu können.”
          Drehbuchautor Christopher McQuarrie: „Wir brauchten Stauffenbergs Rolle nicht zu manipulieren, um ihn im Zentrum der Geschichte belassen zu können.” : Bild: Tobias Everke

          Hätten Sie irgendwelche Zweifel an Details anzumelden?

          Hoffmann: Nicht an den Grundzügen der Geschichte, höchstens an äußerlichen Einzelheiten, wie zum Beispiel an der Darstellung der Ereignisse des 15. Juli. Ich habe für diesen Tag eine etwas andere Darstellung vorgeschlagen. Aber Nathan Alexander erklärte mir, dass es dramatisch notwendig sei, so zu verfahren, wie verfahren wurde. Dies mindert nicht die grundlegende Wahrheit der Geschichte, also den Umfang der Verschwörung und die Motivationen der Verschwörer. Und ich muss sagen, dass die Motivationen nicht nur Stauffenbergs, sondern auch anderer Akteure wie Henning von Tresckows sehr gut wiedergegeben sind, und zwar vielfach. Das kann dem Zuschauer kaum entgehen.

          Warum haben Sie in diesem Fall die historische Vorlage verändert, Mr. McQuarrie?

          Christopher McQuarrie: Im Film mussten wir in einigen Fällen Personen miteinander verschmelzen und die Zeit komprimieren. Der Vorfall vom 15. Juli, den Professor Hoffmann erwähnt, bezieht sich auf die Besprechung, die von uns in den Hitlerbunker der „Wolfschanze“ verlegt wurde, aber dort eigentlich in der Beratungsbaracke stattfand. Von einer filmischen Perspektive her und auch, um den 15. Juli vom 20. Juli zu unterscheiden, schien es uns notwendig, die beiden Attentatversuche an unterschiedlichen Orten stattfinden zu lassen. Was am 15. geschah, war sehr wichtig für die Entscheidungen, die am 20. gefällt wurden, und darum wollten wir nicht Gefahr laufen, dass der 15. aus dem Film geschnitten würde. Durch den Ortswechsel hat der Zuschauer gar nicht erst das Gefühl, eine Szene zweimal zu sehen.

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