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Wie authentisch ist „Operation Walküre“? : Wir wollen der Welt vom 20. Juli erzählen

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Waren Sie sich bewusst, als Sie das Drehbuch schrieben, dass Sie damit das Bild Deutschlands in der Welt verändern könnten?

McQuarrie: Ich würde nie wagen, mir das anzumaßen. Ich gebe nicht vor, zu hoffen, dass der Film etwas anderes sein könnte als ein Film, der etwas Licht auf ein weniger bekanntes Kapitel der deutschen Geschichte wirft. Ich weiß nicht, wie er sich auf das Bild Deutschlands auswirken könnte. Wir haben uns das nicht ausgemalt, wir haben es auch nicht in Betracht gezogen. Wir fanden das Thema einfach faszinierend und wollten ein Drama daraus machen. Als wir das Drehbuch schrieben, nahmen wir an, dass, aus rein kommerziellen Gründen, ein solcher Film nie gedreht würde. Ich erzählte einem Filmproduzenten in Berlin von meiner Idee, und er meinte, dass es sicher einen besseren Nutzen für meine Zeit gebe. Eine Geschichte ohne amerikanische, nur mit deutschen Soldaten! Ein amerikanischer Filmemacher, der einen Film über den Zweiten Weltkrieg drehen will, ohne Amerikaner! Filmfiguren, die ihr Ziel verfehlen und ein schlimmes Ende finden. Wie ist damit Geld zu machen? Ich habe eine Karriere daraus gemacht, eine Geschichte zu verfolgen und dabei den Dollar zu vergessen. Aus Erfahrung wusste ich, dass es keine Chance für das Drehbuch gab. Nathan und ich haben deshalb gar nicht versucht, einen Hollywoodfilm zu drehen. So konnten wir uns darauf beschränken, nur die Wahrheit zu erzählen. Und die Wahrheit ist so faszinierend, dass eine gute Geschichte dabei herauskommen muss. Um nicht vergeblich zu arbeiten, entschlossen wir uns, ein Drehbuch zu schreiben, das wir selbst für wenig Geld in einen kleinen, intimen Film verwandeln könnten. Als Bryan Singer dazukam, sagte er mir, er wolle den Film machen, gerade weil er so intim sei. Er wollte ohne den Druck, den jede große Hollywoodproduktion verursacht, in einem Film, der ihn interessierte, Regie führen. Dann trafen wir Tom, nicht als Schauspieler, sondern als Chef von United Artists, und Tom las das Drehbuch, fand es toll und sagte, wir brauchten viel mehr Geld, als wir verlangten. Er erkannte die Möglichkeiten der Geschichte und entschloss sich, diese Möglichkeiten zu fördern. Jetzt fragen wir uns, wie wir in dieses Scheinwerferlicht gelangt sind. Diesen Film hätte es so nie geben sollen. Dass es ihn gibt, ist auch ein Beweis für die Überzeugungskraft der Geschichte, die er erzählt.

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