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Netflix kauft ein Kino : Das Genie steckt im System

Im Palast des Premierenfiebers: Mit dem Egyptian Theatre würde Netflix einen der geschichtsträchtigsten Orte Hollywoods erwerben. Bild: Getty

Alles, was Netflix macht und kann, hat es den Glanzzeiten der großen Filmstudios abgeschaut. Jetzt will der Streamingdienst auch noch ein Kino kaufen, mitten in Hollywood. Was könnte es damit auf sich haben?

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          Noch gehört das Egyptian Theatre am Hollywood Boulevard in Hollywood der American Cinematheque, dem Erbverwalter des amerikanischen Kinos. Aber möglicherweise nicht mehr lange. Wer es kaufen will? Netflix.

          Verena Lueken
          Freie Autorin im Feuilleton.

          Dies berichten die amerikanischen Branchenmagazine. Netflix ist der Streamingdienst, der bei vielen im Verdacht steht, dem Kino endgültig den Gnadenstoß zu versetzen; auch, weil er sehr viel Geld ausgibt, um mit den besten Kräften der Filmkunst und des Filmgeschäfts zusammenzuarbeiten und eine Herde von Überläufern an sich gebunden hat. So sehen es jedenfalls viele Beobachter. Es ist der Streamingdienst, der sich bei Festivals und Preisverleihungen breit macht, die bisher dem Kinofilm gewidmet waren. Die Firma, die zum Festival in Cannes auch in diesem Jahr im Wettbewerb nicht zugelassen wird (und auf Präsenz in den anderen Programmschienen verzichtet), weil sie ihre Filme artfremd – das glauben vor allem die Kinobesitzer und viele Kritiker –, aber geschäftsmodellgerecht in die privaten Endgeräte streamt und in der Regel nicht erst ins Kino auf die große Leinwand bringt, vor der das Licht ausgeht und das Publikum sich im Dunkeln in einer anderen Welt verliert.

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