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Video-Filmkritik : Tolles soziales Panorama: „Couscous mit Fisch“

  • -Aktualisiert am

Bild: Arsenal

Der alte, aus Tunesien stammende Hafenarbeiter Slimane (Habib Boufares) will einen rostigen Kahn in ein Restaurant umfunktionieren. Mit seinem Film „Couscous mit Fisch“ präsentiert Abdellatif Kechiche eine Mischung aus Dokumentarfilm und Wunschtraum.

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          Für Abdellatif Kechiche haben die Länder südlich des Mittelmeers immer schon zu Europa gehört. Marivaux und Voltaire, der Maghreb und die Banlieue sind für ihn Koordinaten in einer filmischen Welt, die in „Couscous mit Fisch“ („La graine et le mulet“) eine weitere Dimension dazubekommt: die rauhe Luft der südfranzösischen Küste.

          In der Stadt Sète liegt ein rostiger Kahn vor Anker, den der alte, aus Tunesien stammende Hafenarbeiter Slimane (Habib Boufares) in ein Restaurant umfunktionieren möchte. Gemeinsam mit der lebhaften Rym (Hafsia Herzi), der Tochter seiner Lebensgefährtin, wagt er sich in die Kreditverhandlungen und an all die weiteren Fährnisse dieses Projekts.

          Kechiche setzt dabei aber nicht auf eine klassische Dramaturgie der Bewältigung von Hindernissen, sondern bettet die Geschichte in eine weitverzweigte Großfamilie und deren tägliches Leben und Essen ein - ein tolles soziales Panorama, halb Dokumentarfilm, halb Wunschtraum.

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