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Video-Filmkritik : Postkartenbilder: „Brügge sehen . . . und sterben?“

Bild: Tobis

Zwei Auftragskiller machen Kurzurlaub in Brügge, wo der ältere (Brendan Gleeson) den jüngeren (Colin Farrell) umlegen soll. Martin McDonaghs „Brügge sehen . . . und sterben?“ ist erstklassig besetzt und doch ziemlich schal.

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          Mit Gangsterfilmen ist es wie mit Schnäpsen - es wird schnell mal einer zu viel. Und wenn nun ein smarter britischer Bühnenautor kommt, der harte, trockene Dialoge schreiben kann, wenn er seinen ersten Spielfilm nach Brügge verlegt und dort zwei Auftragskiller Kurzurlaub machen lässt, wenn schließlich der ältere (Brendan Gleeson) den jüngeren (Colin Farrell) umlegen soll, weil der aus Versehen ein Kind erschossen hat, dann klingt das zwar ganz nett und unterhaltsam, was es auch ist, doch irgendwann erreichen Ironie und Augenzwinkern einen Punkt, wo nur noch die Lider flattern und man niemandem mehr irgendetwas glaubt.

          Peter Körte
          Redakteur im Feuilleton der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung in Berlin.

          So geht es einem in Martin McDonaghs „Brügge sehen . . . und sterben?“, der erstklassig besetzt ist (Ralph Fiennes ist als sauertöpfischer Obergangster auch noch dabei), der schamlos Werbung macht für die belgische Stadt, deren mittelalterliche Gebäude ja auch einen Besuch lohnen, der aber am Ende doch nur Postkartenbilder hinterlässt - von der Stadt Brügge, was völlig in Ordnung geht, aber eben leider auch vom Gangstergenre, Unterabteilung Auftragskillerfilme, was dann doch ein wenig zu harmlos ist und deshalb ziemlich schal wirkt.

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