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Video-Filmkritik : Liebe, Trauer und Tod: „Kirschblüten - Hanami“

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Bild: Fox

Als seine Frau (Hannelore Elsner) plötzlich stirbt, reist Rudi (Elmar Wepper) in ihr Sehnsuchtsland Japan. Doris Dörrie erzählt uns in „Kirschblüten - Hanami“ vom Leben und vom Tod, aber leider glauben wir weder das eine noch das andere.

          Doris Dörrie erzählt uns in „Kirschblüten - Hanami“ vom Leben und vom Tod, aber leider glauben wir weder das eine noch das andere. Eine Ehe endet mit dem Tod der Frau (Hannelore Elsner). Das Paar lebt auf dem Dorf in Bayern, die Tage verlaufen einer wie der andere, weil der Mann (Elmar Wepper) das so will. Die Frau, Trudi, wäre gern Buthotänzerin geworden und nach Japan gefahren, wo einer ihrer Söhne lebt. Allein das klingt schon sehr ausgedacht, und wenn man dann sieht, wie Trudi ihrem Mann Rudi die Hausschuhe hinstellt, wenn er nach Hause kommt, fragt man sich, ob es solche Ehen, solche Leben, eine solche Frau wirklich noch gibt? Als sie plötzlich stirbt, reist Rudi nach Japan, zieht Trudis Kleider an, um ihr zu zeigen, was sie nicht mehr sehen konnte.

          So wie Wepper das spielt, könnten wir fast glauben, dass da in der Trauer ein neuer Mann in Rudi zum Vorschein kommt, der mit einer achtzehnjährigen Buthotänzerin zum Fujiyama fährt. Aber nur fast. Doris Dörrie kennt Japan gut, präsentiert es uns aber aus touristischer Perspektive, Rudi ist ja auch Tourist. Aber so haben wir Japan schon oft gesehen, und es wird nicht klar, warum uns das nun wieder gezeigt wird. Wir verstehen am Ende nicht mehr von dieser Liebe, der Trauer oder dem Tod, und das liegt auch daran, dass der Film überhaupt keine Sprödigkeit hat, die man beim Thema Tod doch erwartet hätte.

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