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Video-Filmkritik : Hammerharter Plan: „Thor“

Bild: Paramount

Mit „Thor“ verfilmt Kenneth Branagh den Marvel-Comic aus dem Jahr 1962, der auf der Saga des nordischen Donnergottes basiert. Muskelbepackt spielt Chris Hemsworth den blonden Thor.

          4 Min.

          Seit sieben Jahren puzzelt das Marvel-Filmstudio an einem gewaltigen Mosaik. Damals erhielt es von der Investmentbank Merrill Lynch mehr als eine halbe Milliarde Dollar für die Herstellung von zehn Filmen, die alle noch gar nicht über den Stand von Ideen hinausgekommen waren. Es waren allerdings vielversprechende Ideen, denn alle Filme sollten sich dem Schicksal von Superhelden widmen. Und da es sich um Marvel handelt, hat man einen unermesslichen Schatz an solchen Figuren, denn der gleichnamige Verlag hat seit den sechziger Jahren eine Sensation nach der anderen erdacht. Die größten allerdings hatte man schon an andere Interessenten vergeben: Die Verfilmungen von Spider-Man, der X-Men und der Fantastischen Vier konnte Marvel nicht mehr selbst besorgen. Alle hatten sich als fulminante Erfolge erwiesen.

          Andreas Platthaus

          Verantwortlicher Redakteur für Literatur und literarisches Leben.

          Der 2004 aufgestellte Plan sah Filme über folgende Helden vor: Antman, Black Panther, Captain America, Cloak and Dagger, Doctor Strange, Hawkeye, Nick Fury, Power Pack und Shang Li. Wer nicht alle kennt, braucht sich nicht zu schämen, denn etliche davon sind auch in Amerika beim breiten Publikum längst vergessen. Und wer genau mitgezählt hat, wird den zehnten Film vermissen. Das hat einen guten Grund: Er sollte sich einer ganzen Superheldengruppe widmen: The Avengers, auf Deutsch „Die Rächer“.

          Was hat das mit der nun weltweit anlaufenden Verfilmung des Superhelden Thor zu tun? Alles. Thor stand zwar nicht auf der Liste von 2004, weil Marvel auch hier die Rechte schon anderweitig vergeben hatte, aber er wird nun doch als weiterer Baustein dem Mosaik eingefügt. Als zentraler Mosaikstein. Denn Thor, der 1962 nach dem Vorbild des gleichnamigen nordischen Gottes von Stan Lee erfundene und von Jack Kirby gezeichnete Superheld, wurde 1963 zum Gründungsmitglied der Avengers, einer Comicserie, die das Beste versammeln wollte, was Marvel damals an Figuren zu bieten hatte. Neben ihm bestand das Rächerquartett aus Iron Man, dem Unglaublichen Hulk und Antman, nach wenigen Heften kam dann noch Captain America dazu.

          Marvels doppelte Kassenschlager

          Zwei dieser Namen kennt jeder, der sich für kommerzielles amerikanisches Kino interessiert. „Iron Man“ mit Robert Downey Jr. in der Hauptrolle war 2008 und 2010 für Marvel gleich ein doppelter Kassenschlager, und „The Incredible Hulk“ spielte dem Studio gleichfalls 2008 viel Geld ein. Zu beiden Superhelden hatte Marvel die Verfilmungsrechte erst zurückerwerben müssen, und so hat es das Studio auch im Falle von „Thor“ gehalten. Das neue Ziel ist klar: Die klassischen Avengers-Mitglieder (mit Ausnahme Antmans) werden jeweils einzeln im Kino eingeführt. Noch in diesem Herbst wird auch „Captain America“ erschienen, und der Untertitel gibt den endgültigen Kurs vor: „The First Avenger“.

          Nun aber endlich zu „Thor“. Seine Hauptfigur könnte strenggenommen viel eher als „erster Rächer“ firmieren, denn es war seine Nemesis, der intrigante Gott und Superschurke Loki, der mit nimmermüden Zerstörungsgelüsten in den Comics die Superheldengruppe erst nötig machte. Und natürlich wird in der Verfilmung von „Thor“ nun auch Loki mit eingeführt, und wer lange genug im Kino bleibt, der wird nach dem endlosen Abspann mit einem Blick in die Zukunft belohnt: Samuel L. Jackson tritt auf und kündigt die Gründung der Avengers an - wobei er von Loki belauscht wird.

          Muskelbepackt mit wallendem Blondhaar

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