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Video-Filmkritik: „Rogue One“ : Für „Star Wars“-Fans ein rascher Happen zwischendurch

Bild: Disney

Mit „Rogue One“ kommt ein Nebenstrang der „Star Wars“-Saga ins Kino. Der Film wechselt seine Schauplätze schneller als das Kriegsglück in jener weit entfernten Galaxis. Und das will einiges heißen.

          3 Min.

          Es ist nicht, als hätte es zuvor noch keine Spin-offs zu „Star Wars“ gegeben. Spätestens nachdem „Das Imperium schlägt zurück“ 1980 aus dem ursprünglichen „Krieg der Sterne“ eine Fortsetzungsgeschichte gemacht hatte - sogar mit Cliffhanger! -, erschienen eine Unmenge von Büchern, die sich des reichen Figurenensembles dieser Sciencefiction-Saga bedienten und zum Beispiel Han Solo auf allerlei, na, sagen wir es ruhig: Soloabenteuer schickten.

          Andreas Platthaus
          Verantwortlicher Redakteur für Literatur und literarisches Leben.

          Comics kamen zur Umsatzmaximierung heraus, die Vor- und Nachgeschichten erdichteten, als von Auftakt- und Abschlusstrilogie im Kino noch gar keine Rede war, und im Fernsehen liefen von 2008 an sechs Staffeln der Trickfilmserie „The Clone Wars“, die sich einen Zeitsprung zwischen jenen zwei Kinofilmen zunutze machte, die mittlerweile als Episoden 2 und 3 bezeichnet wurden. Wer so verrückt und kontrachronologisch an seinem Hauptwerk bastelte wie George Lucas, dem war auch vor diversem narrativen Schindluder nicht bange.

          Ein rascher Happen zwischendurch

          Aber das Kino als Geburtsort des erfolgreichsten aller Sciencefiction-Stoffe war bislang davon verschont geblieben. Das war nur verständlich, denn hier galt es ja erst einmal, die von Lucas irgendwann festgelegten neun Episoden der Haupthandlung zu vollenden, und es sah wirklich lange genug so aus, als käme die Abschlusstrilogie gar nicht mehr zustande. Dann kaufte der Disney-Konzern Lucasfilms, und damit sich die dafür hingeblätterten Milliarden rentierten, machte man sich eilig an die Herstellung der drei letzten Teile.

          „Episode 7 - Das Erwachen der Macht“ kam genau vor einem Jahr ins Kino, und derzeit arbeitet man an den beiden nächsten Folgen, die 2017 und 2019 erscheinen sollen, doch warum nicht fürs jeweils unersättliche Publikum und Marketing noch ein rascher Happen zwischendurch? Und so kommt nun wieder pünktlich zur kassenträchtigen Weihnachtszeit „Rogue One“ von Gareth Edwards ins Kino, Untertitel: „A Star Wars Story“.

          Diese Fakten kennen alle Fans

          Diese Geschichte findet in einem weiteren von George Lucas erzählerisch noch unausgefüllten Zwischenraum statt, dem zwischen den Episoden 3 und 4. Die nunmehr als vierte bezeichnete ist bekanntlich jener Film, mit dem 1977 alles losging, jener berühmte „Krieg der Sterne“, und keine andere der bislang sechs weiteren ins Kino gelangten Fort- und Voraussetzungen ist so bekannt wie das Original.

          Also lag es nahe, den Fans dieses Films endlich einmal zu erzählen, wie es denn überhaupt dazu gekommen ist, dass Prinzessin Leias Raumschiff von Darth Vader geentert wird und was es mit der Hologrammbotschaft auf sich hat, die die Prinzessin vor ihrer Gefangennahme mittels der beiden Roboter C3PO und R2D2 gerade noch absetzen kann, worauf dann Luke Skywalker dem totalitären Galaktischen Imperium ins böse Spiel pfuscht. Wie gesagt, diese Fakten kennen alle, die sich überhaupt für „Star Wars“ interessieren, und das sind etliche Millionen zahlende Zuschauer auf der ganzen Welt. Ihre Nostalgie wird von „Rogue One“ aufs Beste bedient.

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