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Video-Filmkritik : Der Hase ist dem Menschen ein Wolf oder so

Bild: F.A.Z., Universal Pictures Germany

In einem Familienfilm wie „Pets“ geht es natürlich um Freundschaft. Es ist eine Mischung aus alberner Situationskomik und niedlichen Tieren – nicht mehr, aber auch nicht weniger.

          2 Min.

          Es gibt eine Szene, die den Witz von „Pets“ präzise auf den Punkt bringt. Da heckt der Boss der Unterwelt, ein entzückendes Kaninchen und eiskalter Killer namens Snowball, einen perfiden Plan aus, bricht vor seinen Mannen in einen sonoren Siegesschrei aus – und köttelt. Kleines Malheur, es kehrt auch gleich ein Lakai auf, für so was wird man schließlich Unterweltsboss: damit sich niemand über spontane Köttel lustig machen darf.

          Julia Bähr
          Koordinatorin F+Inhalte und redaktionelles SEO.

          Alberne Situationskomik und niedliche Tiere, aus diesen beiden ohnehin schon ziemlich unschlagbaren Elementen macht der Animationsfilm das Beste. Die Produktionsfirma Illumination hat schon mit „Ich – Einfach unverbesserlich“ gezeigt, dass Menschen als Staffage völlig ausreichen, wenn man stattdessen Minions oder eben Tiere hat. In diesem Fall handelt es sich bei der Staffage um die Besitzer der Hunde, Katzen und Vögel, die den Film bevölkern. Sie wohnen alle im selben New Yorker Block, und das richtige Leben der Tiere beginnt erst, wenn die Besitzer morgens das Haus verlassen, um zur Arbeit zu gehen. Bei fast allen. Max hingegen, eine freundliche Promenadenmischung, liebt sein Frauchen Katie so sehr, dass ihm nichts mehr bedeutet als sie.

          Szene aus „Pets“: Massier dein Tier, sonst wirst du bald auch durch ein Haushaltsgerät ersetzt.
          Szene aus „Pets“: Massier dein Tier, sonst wirst du bald auch durch ein Haushaltsgerät ersetzt. : Bild: AP

          Deshalb trifft es Max besonders hart, als Katie einen zweiten Hund mit nach Hause bringt. Das zottelige Riesenviech heißt Duke, benimmt sich aber nicht besonders vornehm. Die beiden brauchen nur fünf Sekunden, um einander innig zu hassen. Von da an versucht jeder, den anderen auszubooten – mit fingiertem Chaos in der Wohnung und anderen miesen Tricks. Diese Tricks führen Max und Duke erst in den Käfig von Hundefängern und dann in die Kanalisation zum bösen Kaninchen Snowball. Dort haben sich die Tiere zusammengerottet, die von Menschen schlecht behandelt und ausgesetzt wurden. Snowball etwa war das Kaninchen eines Zauberers, bis der Trick mit dem Hut aus der Mode geriet. Hängebauchschwein Tattoo wurde als Übungsfläche zum Tätowieren missbraucht.

          Tiefgang sucht man vergeblich

          Max und Duke sollen sich der Revolution anschließen. Dabei wollen sie doch einfach nur nach Hause zu Frauchen und sind eh schon ziemlich gerädert, seit sie von einer Horde Straßenkatzen vermöbelt wurden – eine großartig animierte Kampfszene. Allerdings sind die beiden Hunde nicht die einzigen verwöhnten Haustiere, die in dieser Situation über sich hinauswachsen. Auch ihre Freunde aus dem Wohnblock entdecken plötzlich den Wildfang in sich. Allen voran die kleine Hundedame Gidget, die sich sogar mit dem Bussard Tiberius anlegt, der sie erst nur als Beute betrachtet.

          Später werden die beiden Freunde, genau wie Max und Duke. Denn es geht natürlich um Freundschaft in „Pets“, das ist schließlich ein für Familienfilme fast notwendiger Topos. Allerdings sind die Freundschaften vor allem der Nährboden, auf dem die Tiere sich persönlich entwickeln. Sie werden selbständiger, mutiger, loyaler, kurz gesagt: beste Rollenmodelle für Kinder. Nicht weniger als das bietet der Film, aber auch nicht mehr. Den Tiefgang von „Alles steht Kopf“ oder „Zoomania“ sucht man hier vergebens.

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