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Video-Filmkritik : Durch die Fachkräftemangel gedreht

Bild: AP

Ein illustres Superheldenteam mit älteren Rechten als die Konkurrenz der „Avengers“, gespielt von einer Schar prominenter Schauspieler: Die „Justice League“ stürmt ins Kino. Doch es fehlen einfach gute Schurken.

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          Angesichts eines Films, der „Justice League“ heißt (Gerechtigkeitsliga), dürfte die Feststellung passend erscheinen, dass die Beteiligten de jure alles richtig gemacht haben. Jedenfalls, soweit man von einem Gesetz für sichere Kinoerfolge reden kann. Mit Zack Snyder hat das Warner-Studio seinen bekanntesten Genre-Regisseur aktiviert und mit Joss Whedon als Drehbuchschreiber den Mann verpflichtet, der für die kassenträchtigsten Filme der Konkurrenz von Marvel verantwortlich war, für „The Avengers“ und dessen zweiten Teil. Es treten zudem in „Justice League“ einige der seit Jahrzehnten prominentesten Stars aus dem Comicverlag DC auf: Superman, Batman, Wonder Woman, The Flash. Und wer für fiktive Figuren nichts übrighat, wird damit getröstet, dass vielfach prämierte Schauspieler wie Ben Affleck, Amy Adams, Diane Lane, Jeremy Irons oder J.K. Simmons auf der Leinwand zu sehen sind. Dazu kommen noch weniger berühmte, aber sehr erfolgreiche wie Gal Gadot, die in ihrer Rolle als Wonder Woman den gleichnamigen außergewöhnlichen Film fast allein getragen hat, oder Henry Cavill, der Superman schon zweimal spielte, in allerdings eher gewöhnlichen bis missratenen Werken, die dennoch viel Geld einspielten: „Man of Steel“ von 2013 und erst vor einem Jahr „Batman v. Superman: Dawn of Justice“.

          Andreas Platthaus
          Verantwortlicher Redakteur für Literatur und literarisches Leben.

          Der Titel des letzteren Films bereitete mit der Rede von der Gerechtigkeitsdämmerung schon den Weg für die lang angekündigte „Justice League“. Damit wollte nun auch Warner nach dem Vorbild der Marvel-„Avengers“ ein eigenes Superheldenteam zusammenstellen. Im Comic hatte DC dabei noch die Nase vorn gehabt, dort bekämpfte seit 1960 die aus Superman, Batman, Wonder Woman, The Flash, Aquaman, Green Arrow und dem Martian Manhunter gebildete Justice League (im Film sind die letzteren beiden gestrichen und durch Cyborg, eine Menschmaschine mit sehr schlechter Laune, ersetzt) das Verbrechen mit vereinten Kräften, während sich die Avengers um Captain America erst drei Jahre später versammelten. Aber Marvel verfilmte weitaus schneller, und das Studio hatte überdies die brillante Idee, den einzelnen Mitgliedern der Supergruppe zuvor Solofilme zu widmen, um jeweils eigene Fangruppen zu formen, die dann das riesige Publikum für die 2012 einsetzenden „Avengers“-Verfilmungen bildeten. An dieses Rezept hat sich nun auch Warner gehalten; „Wonder Woman“ wie „Batman v. Superman“ waren vor allem Anheizer für „Justice League“.

          Der Joker und Lex Luthor haben anderswo zu tun

          Im ersten Fall kam trotzdem ein guter Film dabei heraus, im zweiten ein Desaster, das man aber leider noch einmal sehen sollte, bevor man „Justice League“ schaut, denn dessen Handlung baut unmittelbar auf der dieses Vorgängerfilms auf. Zur Erinnerung: Superman ist tot, die Erde also schutzlos, denn egal was die anderen Superhelden so anstellen, an die Kräfte des Außerirdischen vom Planeten Krypton kommen sie nicht heran. Es brauchte schon eine sehr bösartige Schöpfung von Lex Luthor, der selbst nicht gerade gutmütigen Erznemesis von Superman, um den Mann aus Stahl zu töten. Dass man diesem Monster namens Doomsday die dafür notwendige Kraft erst gar nicht abnahm, war einer der vielen Schwachpunkte von „Batman v. Superman“. Von seiner Überlänge wollen wir gar nicht reden.

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