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Film : Charmant: „About a Boy“

Video-Kritik: Nick Hoult, Hugh Grant in "About a boy" Bild: UIP

Ein nichtsnutziger Millionen-Erbe nutzt einen kleinen Jungen als Lockvogel bei der Schürzenjagd - und wird ein besserer Mensch. Ein Filmvergnügen.

          Es ist ein Evergreen, und das vor allem zur Weihnachtszeit: Von Vater Freeman stammt der Song "Santa's Super Sleigh", und von den Tantiemen kann Sohn Will bestens leben. Ansonsten ist dem Vater nicht viel gelungen, und bei Will ist das gar nicht mehr nötig, denn auch so kann der Mittdreißiger sein genüsslich-entspanntes Single-Leben führen, in dem es nicht so sehr um Superschlitten, sondern vor allem um die Schürzenjagd geht.

          Wills neuster Trick: Er hat das Beutebild allein erziehende Mutter für sich entdeckt, und spielt den allein erziehenden Vater, um sich in einer Selbsthilfegruppe umzuschauen. Als seine Auserkorene Susie zum ersten Date nicht nur den eigenen Nachwuchs, sondern auch noch den Sohn einer Freundin, den zwölfjährigen Sonderling Marcus, mitbringt, haben sich die beiden Helden des Films „About a Boy“ gefunden. Schätzen lernen sie sich erst mit der Zeit.

          Couragiert entschlackt und charmant verfilmt

          Zunächst entdeckt Marcus, der Will einen Tag lang folgt, dass der angeblich allein Erziehende tatsächlich kinderlos ist. Er droht ihn auffliegen zu lassen und verschafft sich so Zutritt zu Wills Wohnung. Als Will die bezaubernde Rachel kennenlernt, kann er Marcus überreden, sich bei einem ersten Treffen mit Anhang als sein Sohn auszugeben. Und auch Will hat bald mehr Gelegenheit, sich zu revanchieren, als ihm lieb ist.
          Für "About A Boy" hat die Produktionsfirma Working Title - von ihr stammen Erfolgsfilme wie "Notting Hill" und "Bridget Jones" - den gleichnamigen Nick-Hornby-Bestseller couragiert entschlackt und als charmante Komödie verfilmt.

          Hugh Grant schafft in der Rolle Will Freemans die Balance zwischen Ignoranz und Unsicherheit, Coolness und Offenheit, die sich über den Film immer mehr, aber in aller Ruhe verschiebt und aus dem selbstsüchtigen Slacker schließlich einen echten Freund macht. Mit Leichtigkeit und Witz stellt sich "About A Boy" so den ernsten Seiten des Lebens eines Mittdreißigers - und eines Zwölfjährigen -, die so leicht anfangen können zu kleben oder streng zu riechen. In der charmanten, teils sogar originellen Verfilmung von Chris und Paul Weitz bleiben sie frisch.

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