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Videokritik „A world beyond“ : Die Traum-Zeit-Krümmung

Bild: Disney

Brad Birds „A World Beyond“ lässt George Clooney als griesgrämigen Erfinder in eine vergangene Dimension reisen, wo er die Welt reparieren soll. Trotz technischen Aufwands ist die Inszenierung dürftig.

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          Wer einen Film, der im Original „Tomorrowland“ heißt, für den deutschen Markt „A World Beyond“ tauft, muss sich wohl wirklich in einer jenseitigen Welt aufhalten, zumal ja jeder, der schon mal in irgendeinem Disneyland auf diesem Planeten war, weiß, dass es dort überall auch ein Areal gibt, das sich die Welt von morgen ausmalt und deshalb „Tomorrowland“ heißt. Der Film, den wir lieber bei seinem Originaltitel nennen wollen, hat Brad Bird gedreht, verantwortlich ebenso für tolles Animationskino („Die Unglaublichen“) wie für den letzten „Mission Impossible“, George Clooney spielt grantelnd, graubärtig und vermutlich bestens bezahlt mit - aber hilft das?

          Peter Körte
          Redakteur im Feuilleton der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung in Berlin.

          Nein, überhaupt nicht, denn der Film bewegt sich auch jenseits dessen, was man für eine sinnvolle, die Intelligenz der Zuschauer jeden Alters nicht beleidigende Story halten könnte. Er schickt die begabte junge Casey (Britt Robertson) und einen verbiesterten Erfinder (Clooney) in eine vergangene Zukunft, ins „Tomorrowland“, welches aussieht wie die New Yorker Weltausstellung von 1964 und eine Art verlorenes Paradies darstellt, aus dem man Clooneys Erfinder einst verstieß. Ein Androiden-Mädchen namens Athena, das einmal die Zukunft verhieß, begleitet die beiden in diese andere Dimension, und Caseys messianische Sendung besteht dann in einer simplen Aufgabe: „to fix the world“, die Welt reparieren.

          Das alles ist logisch so albern und trotz allen technischen Aufwands so dürftig inszeniert, dass sich die Raumzeit ganz von alleine krümmt. Es ist zudem auf diese disney-übliche, triefäugige Weise sentimental und dort auch noch naiv bis dämlich, wo so getan wird, als müssten nur alle sich ein bisschen mehr Mühe geben und friedlich miteinander umgehen, dann werde es vorangehen, mit der Zukunft und überhaupt. Nur das Kino bleibt da auf der Strecke.

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