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Verbot für Hollywood-Film : Kein Frieden für „Noah“

  • -Aktualisiert am

Eine Bibel-Verfilmung aus Hollywood sollte in der ganzen Welt laufen. Jetzt fällt der mit Stars wie Russell Crowe besetzte Film in muslimischen Ländern der Zensur zum Opfer.

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          Die Bibel-Verfilmung „Noah“ ist noch nicht einmal angelaufen und wird schon heftig diskutiert. Die Zensurbeauftragten mehrerer muslimischer Länder haben das amerikanische Produktionsstudio Paramount darüber informiert, dass sie den Film in ihren Ländern verbieten werden. Das Verbot betrifft Qatar, Bahrain und die Vereinigten Arabischen Emirate, wahrscheinlich auch Jordanien und Kuwait. Das berichtet der „Hollywood Reporter“. Auch Ägypten wird den Film des Regisseurs Darren Aronofsky wohl nicht in die Kinos lassen.

          Das Institut Al Azhar in Ägypten veröffentlichte an diesem Donnerstag eine Stellungnahme, in dem es die Darstellung und Personifizierung eines Propheten scharf verurteilt und deshalb zum Verbot der Hollywood-Verfilmung der biblischen Geschichte rund um die Arche Noah aufruft: „Al-Azhar gibt bekannt, dass der kommende Film über Allahs Bote Noah – Friede sei mit ihm – verboten wird.”

          Keine Bilder von Propheten

          Al Azhar erklärte, dass solche Filme „dem Glauben und Fundament des islamischen Gesetzes widersprechen und die Gefühle der Gläubigen verletzen.” Laut der Scharia, dem islamischen Gesetz, ist es verboten, einen Propheten in irgendeiner Art und Weise bildlich darzustellen.

          Schon länger steht Paramount wegen „Noah“ unter Beschuss durch religiöse Gruppen. Zuletzt forderten die „National Religious Broadcasters“, den Film klar als dramatische Inszenierung der Ereignisse zu kennzeichnen, um nicht den Eindruck zu erwecken, es handele sich um eine Eins-zu-Eins-Adaption der biblischen Geschichte. Paramount, so der „Hollywood Reporter“, beugte sich dem Druck und fügte dem Marketingmaterial vergangene Woche eine Mitteilung bei. Darin erklärte die Produktionsfirma, dass man sich für „Noah“ lediglich von der Geschichte der Arche und der Sintflut habe inspirieren lassen.

          Der Film mit Russell Crowe, Anthony Hopkins und Jennifer Connelly sollte am 26. und 27. März zunächst in Ägypten und anderen muslimischen Ländern anlaufen, bevor er in den Vereinigten Staaten am 28. März an den Start geht.

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