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Rückzug von „The Interview“ : Wie Hollywood auf die Absage des Sony-Films reagiert

  • -Aktualisiert am

Abgehängt: In Atlanta wurden am Mittwoch bereits die Filmplakate zu „The Interview“ entfernt Bild: AP

Amerika diskutiert die Absage des Kinostarts von „The Interview“. Manche wollen den Film jetzt erst recht sehen. Prominente bieten Lösungsmöglichkeiten an. Und einer schreibt eine Wunschliste an die Sony-Hacker.

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          Amerikas Öffentlichkeit hat zwar Verständnis dafür, dass das Filmstudio Sony Pictures den Kinostart der Komödie „The Interview“ absagt. Schließlich erinnern die Drohungen der Hacker an ein tief sitzendes Trauma. Zugleich zeigen sich viele enttäuscht von dieser Reaktion. Doch viele, auch Prominente, bekunden ihre Solidarität und zeigen Entschlossenheit.

          Der Schriftsteller Paulo Coelho bietet Sony gar an, die Rechte an dem Film zu kaufen, um ihn für alle zugänglich auf sein Blog zu stellen.

          Der Schauspieler Zach Braff („Scrubs“) hingegen sieht in der Absage des Kinostarts einen Präzedenzfall:

          Auch Kollege Rob Lowe („The West Wing“) wertet die Reaktion als Sieg der Hacker.

          Und Steve Carell („The Office“) zeigt in seiner Enttäuschung ein Bild Charlie Chaplins im „Great Dictator“.

          Ben Stiller kann es auch kaum glauben, dass ein Land wie Amerika so auf eine Bedrohung der Meinungsfreiheit reagiere. Als „Zoolander“ veröffentlicht wurde, erinnert er sich, wurde der Film nur in Malaysia zensiert. In ihm scheitert ein Attentat auf den Premierminister dieses Landes.

          Der Komiker Jeff Ross hingegen kann sich die Ausstrahlung des Films gut vorstellen. In Kuba.

          Mitt Romney will gleich doppelt Gutes tun und mit der Veröffentlichung von „The Interview“ nicht nur ein Zeichen für Meinungsfreiheit setzen, sondern fordert im selben Zuge einen Spendenaufruf gegen Ebola.

          Michael Moore hingegen versucht das Beste aus der Situation zu machen. Er hat jetzt via Twitter Kontakt zu den Sony-Hackern aufgenommen und ihnen eine Wunschliste geschickt, schließlich hätten sie nun Hollywood übernommen.

          Michael Moore bittet die Hacker sogar um Hilfe: Sie sollten mit seinem Film „Canadian-Bacon“ genau das Gegenteil dessen tun, was sie gerade mit „The Interview“ machen und ihn zurück in die Kinos bringen. Er wolle die 180.000 Dollar Verlust wieder auffangen.

          Manch einer vermutet den Hackangriff allerdings als getarnten Marketinggag, schließlich wolle jetzt jeder den Film sehen.

          Das Medienmagazin The Verge fordert Sony auf, die Hacker mit ihren eigenen Waffen zu schlagen: dem Internet. Sie sollten den Film entweder kostenlos ins Netz stellen oder ein gleich viel stärkeres Zeichen setzen und ihn auf iTunes oder Amazon als Stream abrufbar machen. Denn heutzutage sei jeder Computer, jedes Smartphone ein Kino.

          Ein Anfang ist gemacht: Ausgerechnet die Filmszene, die das geglückte Attentat auf den koreanischen Machthaber Kim Jong-un zeigt, ist bereits im Internet zu finden.

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