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Frankreichs Kinokrise : Wer hilft bei der nötigen Revolution?

  • -Aktualisiert am

Er rettete in diesem Herbst die Ehre des französischen Films: „Kompromat“. Bild: 2022 Pathe Films AG

Die Besucherzahlen sind im Keller, die Branche fordert von der Regierung die Einberufung von „Generalständen des Kinos“. Warum bricht der Stolz von Frankreichs Filmkultur ein?

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          Eine Riesenenttäuschung: Das französische Kino hatte sich viel erhofft von dieser „ren­trée“, dem Anfang des Schuljahrs, der in Frankreich auch das kulturelle Jahr einläutet. Die schlechte Nachricht kam im Oktober vom Centre national du cinéma (das Nationale Kinozentrum, kurz CNC), das monatlich Zahlen erhebt: 7,38 Millionen Besucher haben sich im September in die Säle begeben. Das sind 20,7 Prozent weniger im Vergleich zum selben Monat 2021 und sogar minus 34,3 Prozent im Vergleich zum Vor-Corona-September 2019. Zum Mittel der Jahre 2017 bis 2019 fehlt ein Drittel der Zuschauer (33,6 Prozent). Nimmt man den Pandemie-September des Jahres 2020 aus, war die diesjährige die schlechteste Kino-Rentrée seit Beginn der Erhebung 1980.

          Sie schreibt die Tendenz dieses Jahres fort: Amerikanische Blockbuster wie „Spider-Man: No Way Home“, „The Batman“ oder „Uncharted“ ziehen ein Millionenpublikum an, selbst die zwei­wöchige Wiederaufführung von „Avatar“ in diesem Herbst hat eine halbe Million Franzosen ins Kino gelockt. Unter den französischen Filmen landete „Bac Nord“ im Sommer einen Überraschungserfolg, im September hat der Actionfilm „Kompromat“ mit Gilles Lellouche dank einer halben Million Besucher die Ehre der heimischen Filmproduktion gerettet, dann aber bald geschwächelt. Vor allem haben die früher so erfolgreichen Konsensfilme Bauchlandungen hingelegt, etwa „Rumba la vie“ (Gaumont) mit dem Publikumsliebling Franck Dubosc: nur 283.000 Besucher.

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