https://www.faz.net/-gqz-9h7qs

Trolle gegen Hollywood : Twitter-Grüße aus Moskau

  • -Aktualisiert am

Eine Frau als Mechanikerin in „Star Wars: The last Jedi“ – das gefällt vielen nicht. Schauspielerin Kelly Marie Tran wurde Opfer einer Hasskampagne im Internet. Bild: action press

Die Filmindustrie zeigt mehr starke Frauen und ethnische Minderheiten. Dagegen wehren sich manche Fans – unterstützt von Rechtsradikalen und russischen Trollen.

          3 Min.

          „Star Wars" ist die vermutlich erfolgreichste Science-Fiction-Saga der Filmgeschichte. Gleichzeitig war die Filmreihe immer auch ein Spiegel der Politik. Die originale Trilogie wurde von ihrem Schöpfer George Lucas als Kommentar zum Vietnamkrieg bezeichnet. Die jüngste Fortsetzung der Reihe setzt diese Tendenzen fort. Auch wenn der Disney-Konzern, der Lucasfilm 2014 übernommen hat, hauptsächlich kommerziellen Motiven folgt, stehen die bisher von den neuen Produzenten verantworteten Filme selbstbewusst im Zeichen einer modernen Identitätspolitik: Alle zeigen starke Frauenfiguren und bemühen sich darum, verschiedene Ethnien und Hautfarben auf der Leinwand zu repräsentieren und mehr Diversität in die Weltraumsaga zu bringen.

          Viele Fans hatten damit kein Problem, sie begrüßten den Schritt sogar. Einige eingefleischte Anhänger jedoch schlugen los gegen das, was sie als eine Übernahme ihres geliebten Genres sahen. Im filmischen Universum dieser Gruppe sollen Frauen allenfalls sexy „Sidekicks“ sein, Schwarze und Minderheiten hingegen haben dort idealerweise nichts verloren. Die Kombination wiederum - Frau und Minderheit – gilt vielen als vergleichbar mit dem Antichrist, wie die Schauspielerin Kelly Marie Tran nach ihrem Auftritt als selbstbewusste Mechanikerin in „Star Wars: The Last Jedi“ erfahren musste: Sie wurde Opfer einer Hasskampagne im Netz. Und kurz nach Erscheinen des Films 2017 machte eine illegale Fanversion die Runde, in der alle Frauen und die mit ihnen verbundenen Handlungsstränge aus dem Film herausgeschnitten waren. „The Last Jedi: De-Feminized Fanedit (aka the Chauvinist Cut)“ wurde von den Filmemachern als frauenfeindlicher Müll gebrandmarkt, doch der Vorfall machte deutlich, wie weit bestimmte Gruppen von Fans bereit sind zu gehen.

          Testen Sie unser Angebot.
          Jetzt weiterlesen.

          Testen Sie unsere Angebote.
          F.A.Z. PLUS:

            FAZ.NET komplett

          Diese und viele weitere Artikel lesen Sie mit F+

          Probefahrt im Mercedes EQS : Das Eqsperiment

          Mercedes-Benz zündet sein Elektrizitätswerk. Mit dem ungewöhnlichen EQS beschreiten die Schwaben neue Wege. Eine erste Annäherung zwischen Auto und Autor.