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Deutsche Tragikomödie : „Toni Erdmann“ macht großen Schritt Richtung Oscar

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Papa ist peinlich: Filmszene aus „Toni Erdmann“ Bild: dpa/Komplizen Film/NFP marketing

Da waren es nur noch neun: Der deutsche Überraschungserfolg „Toni Erdmann“ steht in der engeren Auswahl für den Auslands-Oscar. Auch über eine andere wichtige Nominierung konnte die Regisseurin sich gerade freuen.

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          Die Oscar-Chancen für den deutschen Film „Toni Erdmann“ haben sich erheblich vergrößert. Die gefeierte Vater-Tochter-Geschichte von Regisseurin Maren Ade schaffte es am Donnerstag auf die „Shortlist“ von insgesamt neun Kandidaten, wie die Oscar-Akademie im kalifornischen Beverly Hills mitteilte. 85 Länder hatten sich für 2017 um den Oscar in der Sparte „nicht-englischsprachiger Film“ beworben.

          Neben Deutschland kamen unter anderem die Filme „The Salesman“ (Iran), „Ein Mann namens Ove“ (Schweden), „Einfach das Ende der Welt“ (Kanada) und „Unter dem Sand - Das Versprechen der Freiheit“ (Dänemark) in die Vorauswahl. Am 24. Januar gibt die Academy of Motion Picture Arts and Sciences bekannt, welche fünf Filme in die Endauswahl kommen. Die Preisverleihung geht dann am 26. Februar über die Bühne.

          Erfolg auf ganzer Linie

          Ades Film zählt zu den größten Kino-Überraschungen des Jahres. Beim Filmfest in Cannes gefeiert, gewann die Tragikomödie um einen skurrilen Vater (Peter Simonischek) und seine ehrgeizige Tochter (Sandra Hüller) im Dezember den Europäischen Filmpreis als bester europäischer Spielfilm und räumte außerdem vier weitere Trophäen ab. Auch für den Golden Globe wurde er kürzlich nominiert.

          Maren Ade (Jahrgang 1976) gilt als eine präzise Analytikerin des Alltags. Viereinhalb Jahre arbeitete die gebürtige Karlsruherin, die in Berlin lebt, an „Toni Erdmann“. Es ist erst ihr dritter Spielfilm nach „Der Wald vor lauter Bäumen“ (2003) und „Alle Anderen“ (2009). „Bin gespannt, wie Toni sich in Los Angeles so benimmt“, hatte sie ihren Sieg bei der deutschen Vor-Auswahl kommentiert.

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