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Tom Cruise : Mission unmöglich

Mimi Rogers war kühl, Nicole Kidman noch kühler, und die blutjunge Katie Holmes scheint ihrem Mann nicht gerade ebenbürtig zu sein: wenig Neues also, nichts, was, wer sich dafür interessierte, nicht schon in ungezählten Interviews und Illustriertenartikeln hätte lesen können. Und Cruise, so steht es in Mortons Buch, wirke, wenn er seine Liebe erkläre, mit Blumen, Geschenken, kleinen Zetteln, die er an die Wände klebt, immer ein wenig unauthentisch und angestrengt, so wie bei Oprah Winfrey auf dem Sofa - es ist, als übte er noch für einen Film, den dann ein sehr sensibler Regisseur etwas eleganter inszenieren müsste.

Scientology als die dunkle Seite der Macht

Es ist also ein Glücksfall für den Biographen und eine dramaturgische Notwendigkeit für sein Buch, und eine Tatsache ist es natürlich auch, dass es, zumindest von außen betrachtet, in diesem Leben etwas Dunkles, Düsteres gibt, nicht gerade ein Geheimnis, aber doch einen Lebensaspekt, der ungeheuer mysteriös und undurchsichtig wirkt. Tom Cruise ist Mitglied jener Organisation, die in Amerika als Kirche gilt und in Deutschland vom Verfassungsschutz beobachtet wird. Für Andrew Morton, dessen literarische Mittel eher beschränkt sind und dessen Leidenschaft fürs Triviale aber groß ist, bedeutet Scientology nichts weniger als die dunkle Seite der Macht.

Die Sekte strebe nach der Weltherrschaft, und Tom Cruise, der lange nur ihr Werkzeug und Vehikel gewesen sei, fungiere inzwischen als einer ihrer mächtigsten Führer. Mimi Rogers habe ihn einst verführt und angeworben. David Miscavige, der Chef der Organisation, habe ihn den dicksten aller Fänge genannt und jahrelang programmiert und manipuliert. Und die seelischen Erschütterungen des 11. September hätten endlich Cruise dazu getrieben, dass er Scientology nicht länger als seine Privatsache betrachtete, sondern sich als Propagandist und Missionar zur Verfügung stellte - was man sich bei der Lektüre von Mortons Buch gern so vorstellen möchte wie die allmähliche Verwandlung von Anakin Skywalker in Darth Vader. Würde Mortons Buch demnächst verfilmt, müsste Viggo Mortensen den David Miscavige spielen. Und Tom Cruise natürlich den Tom Cruise.

Mit einer Oscar-Nominierung belohnt

Es war nicht schlecht fürs Marketing, dass, nahezu gleichzeitig mit Mortons Buch, zwei kurze Clips an die Öffentlichkeit gelangten, interne Videos, in welchen Cruise als Scientologe auftritt. In dem einen sitzt er einem unsichtbaren Interviewer gegenüber und spricht in krummen Sätzen wirres Zeug: dass man als Scientologe schon wisse, was zu tun sei. Dass man Autorität habe und eine bessere Wirklichkeit schaffen werde. Und so weiter. Im zweiten Clip spricht er zu seinen Brüdern und Schwestern im Geiste, und seine Rede läuft auf den Satz „let's clean-up the place!“ hinaus, was die „Bild“-Zeitung als Aufforderung zur Säuberung der Welt verstanden hat, obwohl es doch nur heißt: „Lasst uns den Laden aufmischen!“

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