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Komödie „Hot Dog“ : Bestandsschutz für antiquierte Witzkultur

In diesem Film liegt nicht nur Til Schweiger daneben. Bild: Warner Bros.

Til Schweiger und Matthias Schweighöfer blödeln und prügeln sich durch Berlin und Brandenburg. Wer Achtziger-Jahre Klamauk witzig und „Eis am Stil“ romantisch findet, sollte sich die aus öffentlichen Töpfen üppig geförderte Klamotte „Hot Dog“ anschauen.

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          Ein bisschen rührend ist es schon, wie sich in diesem Film ein nicht ganz kleines Team bemüht, den Humor der achtziger Jahre wiederaufleben zu lassen. Ein Humor, bei dem sich echte Kerle durch Kronleuchter und gläserne Kunstschätze kloppen, sich angesichts einer eislutschenden Frau fast vergessen und sich von aggressiven tätowierten „Zwergen“ verprügeln lassen. Nein, nicht von Zwergen: „Man sagt doch heute Kleinwüchsige.“ Ein Brüller.

          Die Last solcher Gags – man möchte das Wort jetzt gern in Anführungszeichen setzen – liegt in „Hot Dog“ auf den schmalen Schultern von Matthias Schweighöfer und den etwas breiteren von Til Schweiger, die sich weidlich bemühen, zwei GSG-10-Ermittler namens Theo und Luke darzustellen. Doch vor allem Til Schweiger spielt halt immer das, was Til Schweiger sieht, wenn er in den Spiegel schaut: einen harten Kerl mit weichem Kern, dessen Charakterentwicklung vorsieht, sich mit diesem weichen Kern etwas besser anzufreunden, um glücklich zu werden.

          Unbekümmerte Einbindung von Osteuropa-Klischees

          Die übrige Handlung – auch diesen Begriff in Anführungszeichen – ist zu vernachlässigen: Theo und Luke werden ins Wachpersonal des Schlosses Bellevue strafversetzt und müssen dort in albernen Uniformen strammstehen, die es so zum Glück nicht gibt, die sich aber neben dem bundesdeutschen Weihnachtsbaum recht dekorativ ausnehmen. Das Genre des heiter-rabiaten Weihnachtsfilms ist seit „Stirb langsam“ ein Klassiker, bei einem Filmstart im Januar wirkt das Ganze schon leicht abgestanden.

          Nun wird just neben diesem präsidialen Weihnachtsbaum die Tochter des moldawischen – eine gute Gelegenheit zur unbekümmerten Einbindung übelster Osteuropa-Klischees – Präsidenten entführt, die die beiden im Rest des Films unter großem Materialverschleiß wieder freiprügeln, wobei ihnen eine Hackerin (Anne Schäfer) hilft, die sich unterdessen in Theo verliebt. Die beiden haben schließlich viel gemeinsam. Sie sind beide sehr klug, was man an ihren prominent im Gesicht sitzenden Brillen erkennt, deshalb automatisch sozial inkompetent und praktisch füreinander gemacht. Theos Charakterentwicklung sieht entsprechend vor, sich endlich zu überwinden, eine Frau zu küssen und seine Jungfräulichkeit loszuwerden. Also ungefähr die Handlung von Teenager-Komödien seit den seligen Tagen der „Eis am Stiel“-Reihe.

          Register vergessener Humorklischees

          Die beiden kommen sich näher, während Luke sich durch einen Milchviehhandel im Brandenburgischen kloppt, der eigentlich ein Drogenlabor ist. Die Tiere fungieren als Kuriere, weshalb Theo irgendwann mit einem Arm im Enddarm einer Kuh steckt. Und so blödelt sich das Ganze recht enzyklopädisch durch das Register vergessener Humorklischees.

          Anscheinend steht dieser Witzbestand in Deutschland unter immateriellem Kulturerbeschutz, denn der Film wurde aus öffentlichen Töpfen recht üppig gefördert. Dank dieser Förderpolitik erhält man eine immerhin ziemlich teuer aussehende, gut gefilmte Klamotte. Ohne Anführungszeichen, denn mit diesem antiquierten Wort ist „Hot Dog“ angemessen beschrieben.

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