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Terry Gilliams Pech : Don Quijote lebt

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Der jähe Tod des jungen Stars Heath Ledger ist traurig genug. Dem Regisseur Terry Gilliam, für den Ledger zuletzt vor der Kamera stand, passiert es nicht das erste Mal, dass ihm ein Film mitten in der Arbeit unter den Händen zerbricht.

          Der jähe Tod des jungen Stars Heath Ledger ist schon traurig genug - aber dahinter verbirgt sich eine weitere Geschichte, welche geradezu die Ironie des Schicksals geschrieben zu haben scheint. Denn der Film, an dem Ledger zum Zeitpunkt seines Todes arbeitete, heißt „The Imaginarium of Doctor Parnassus“ und die Reaktion von dessen Regisseur Terry Gilliam auf die schockierende Nachricht mag man sich kaum ausmalen. Denn für Gilliam ist das nicht das erste Mal, dass ihm ein Film mitten in der Arbeit unter den Händen zerbricht.

          Im Jahr 2000 hatte er mit den Dreharbeiten zu seinem lang gehegten Traumprojekt „The Man Who Killed Don Quixote“ begonnen, als nach einer Reihe von Unfällen und Missgeschicken sein Hauptdarsteller Jean Rochefort krank wurde und die Versicherungen bei dem Projekt die Reißleine zogen. Es gibt einen Dokumentarfilm über das Projekt unter dem Titel „Lost in La Mancha“, die eigentlich ein Making-of werden sollte und letztlich nun auf exemplarische Weise das Unmaking-of dokumentiert. Da stellt sich beim Dreh in der spanischen Wüste erst heraus, dass die Gegend für Nato-Übungsflüge genutzt wird und die dauernden Düsenjäger Tonaufnahmen immer wieder unmöglich machen, und dann kommt es in dieser Gegend, in der es seit zwanzig Jahren nicht mehr geregnet hat, zu einem Unwetter, bei dem die halbe Ausrüstung fortgeschwemmt wird und das eine Schlammwüste hinterlässt, die keine Ähnlichkeit mehr mit dem ursprünglichen Drehort hat.

          Gute Miene zum bösen Spiel

          Und mitten in dieses Desaster kommt die Nachricht, dass Rochefort Rückenprobleme habe und nicht mehr reiten könne und deshalb zu seinem Arzt nach Paris zurückgeflogen sei. Und während der Regisseur auf weitere medizinische Bulletins seines Stars wartet und vor einer Gruppe von deutschen Investoren gute Miene zum bösen Spiel machen muss, entscheiden die Versicherungen, dass das Risiko zu groß ist, und brechen nach nur sechs Drehtagen das Projekt ab.

          Man könnte sagen, dass solche Sachen zum Berufsrisiko von Regisseuren zählen und dass Gilliam mit seiner überbordenden Phantasie regelmäßig Probleme hatte, Projekte wie „Baron Münchhausen“ etwa überhaupt fertig zu kriegen, aber man muss den Mann gesehen haben, wie er im strömenden Regen in der Wüste steht und verzweifelt den Blick zum Himmel hebt, als wollte er Gott fragen, was er ihm angetan habe, dass er nun so gestraft wird. Dieses Bild muss man sich vor Augen halten, wenn man nun erfährt, dass Gilliam schon wieder von einem dieser Schicksalsschläge getroffen wurde, die für ein Projekt tödlich sind.

          Wer konnte schon damit rechnen, dass Heath Ledger, mit dem Gilliam bereits „Gebrüder Grimm“ gedreht hat, sterben würde? Christopher Plummer, der in „Doctor Parnassus“ den Titelhelden spielt, hat in einem Interview gesagt, der Film sei noch nicht mal zur Hälfte fertig und ob man ihn mit Computertricks retten könne, sei ungewiss: „Terry hat so hart gearbeitet, dieses Projekt in Gang zu bringen - man könnte verrückt werden, wenn man über diese Wendung nachdenkt.“

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