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Für eine Handvoll Cents: Eigens für die amerikanische Premiere seines Films konzipierte Tarantino ein fiktives Gesellschaftsmagazin des Jahres 1969, in dem die Hauptfiguren weitere Auftritte erleben. Bild: Columbia Tristar Marketing Group, Inc.

Neuer Tarantino-Film : Arbeit am Mythos der Traumfabrik

Quentin Tarantinos neuer Film „Once Upon a Time in ... Hollywood“ setzt konsequent auf die Ästhetik der Vergangenheit. Wozu das führen kann, zeigt der Kinobesuch am Ort der Handlung.

          5 Min.

          Filmriss um 1.48 Uhr am frühen Morgen, und achthundert Menschen stöhnen auf. Im „Dome“, dem halbkugelförmigen Cinemascope-Kino am Sunset Boulevard, läuft „Once Upon a Time in ... Hollywood“ von Quentin Tarantino. Wie kann bei einem brandneuen Film etwas reißen? Wir leben doch im Zeitalter digitaler Projektion. Aber nicht Tarantino. Er hat wie immer klassisch auf 35-Millimeter-Material gedreht und für einige ausgesuchte Kinos sogar Kopien im noch besseren 70-Millimeter-Format anfertigen lassen. Dafür braucht man spezielle Projektoren, und in Hollywood selbst gibt es nur noch ein dafür ausgerüstetes Kino. Das ist der 1963 errichtete „Dome“. Während einer der vielen Autofahrten durch Los Angeles in „Once Upon a Time in ... Hollywood“ huscht das markante Gebäude einmal sogar durchs Bild – großer Jubel im Saal.

          Andreas Platthaus

          Verantwortlicher Redakteur für Literatur und literarisches Leben.

          Aber nicht so laut wie das Aufstöhnen um 1.48 Uhr. Es ist die erste Nacht, in der Tarantinos lang erwartete Hommage an die Traumfabrik auf amerikanische Leinwände gekommen ist, und wer für diese tarantinoeskeste aller Vorführungen (Mitternachtsvorstellung! Heimspiel in Hollywood! 70-Millimeter-Kopie! Eigens von Tarantino produziertes Begleitheft im Retro-Look!) eine Karte ergattert hat, kann sich glücklich schätzen. Bis der Film reißt. Und es trotz zwanzigminütiger Unterbrechung nicht gelingt, ihn wieder zu flicken.

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