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Steven Spielberg : Meine Droge heißt Film

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Macht heißt für mich Freiheit: Steven Spielberg Bild: AP

Der Erfolgreichste von allen: Ein Interview mit Steven Spielberg über seinen neuen Film, seine Traumata, eine Welt in Angst, die Zukunft des Kinos, Kinder, das Alter und häßliche Außerirdische.

          9 Min.

          „Sollen wir Ihnen einen Wagen schicken, oder fahren Sie selbst?“ - und schon hat man mal wieder die falsche Antwort gegeben und wartet im Mietwagen vor Tor zwei der Universal Studios in Los Angeles.

          Der Pförtner ermahnt einen, den karteikartengroßen Tagespaß sichtbar ins Auto zu legen, dann gleitet man mit Tempo 25 auf dem Jimmy Stewart Drive durch das Studiogelände bis zum Amblin Drive, der nach Steven Spielbergs Firma benannt ist, die er wiederum nach einem seiner ersten Filme benannt hat. Hinter einem hohen hölzernen Tor steht ein großzügiges, zweistöckiges Adobehaus mit einem schönen, hellen Atrium. Und man lernt schnell, daß wahre Macht in Hollywood sich nicht in Prunk und Dekor zeigt, sondern an sehr vielen, lässig gekleideten jungen Menschen, die jeden Schritt koordinieren, bis man dann in einem Raum mit einem alten Teppich steht. Ein Tisch, acht Stühle, an der Kopfseite ein Regal mit einem Dutzend Video- und DVD-Geräten und darüber ein riesiger Flachbildschirm.

          Der erfolgreichste Regisseur der Welt trägt Cordhosen und Sneakers, einen weißen Pullover, eine beige Strickjacke, eine Lederschnur um den Hals und einen Becher mit Kaffee in der Hand. Er kommentiert die Papstwahl vom Vortag, er erzählt von Kindheit, Kindern und Karriere und vom „Krieg der Welten“, seiner Verfilmung von H.G. Wells' berühmtem Roman (1898), die am 29. Juni weltweit ins Kino kommt - man darf sich den 58jährigen als einen glücklichen Milliardär vorstellen.

          Spielberg 1982 - da hatte er gerade „Jäger des verlorenen Schatzes” gedreht
          Spielberg 1982 - da hatte er gerade „Jäger des verlorenen Schatzes” gedreht : Bild: AP

          Mr. Spielberg, Sie haben einmal gesagt, eine gute Filmidee ließe sich in 25 Worten oder weniger zusammenfassen. Wie hört sich „Krieg der Welten“ in 25 Worten an?

          Die Reise eines Mannes, der entdeckt, wie weit er gehen und was er tun wird, um seine Kinder zu retten an dem Wochenende, an dem eine außerirdische Rasse den Planeten Erde erobert.

          Ich fürchte, das waren ein paar mehr als 25.

          (lacht) Vermutlich haben Sie recht, zählen Sie ruhig nach.

          Sie haben sich ziemlich kurzfristig dazu entschlossen, diesen Film zu drehen und Ihr Projekt über das Attentat bei den Olympischen Spielen 1972 zu verschieben. Warum?

          Ich war mitten in den Vorbereitungen zu dem Münchenfilm, als ich ein fertiges Drehbuch von David Koepp zum „Krieg der Welten“ bekam, zu einem Film, den ich schon sehr lange machen will. Das Buch war sehr gut. Ich habe es Tom Cruise geschickt, und er hat sofort Feuer gefangen. Toms Enthusiasmus war ansteckend. Ich transferierte das ganze Team des Münchenfilms zum „Krieg der Welten“ und verpflichtete von George Lucas das komplette „Star Wars“-Team. Wir haben dann in knapp drei Wochen die Außerirdischen und den ganzen Look der Spezialeffekte entwickelt und zwei Monate später, im November 2004, angefangen zu drehen. Es war alles sehr, sehr eng.

          Nach „Unheimliche Begegnung der dritten Art“ und „ET“ lassen Sie zum ersten Mal feindliche Außerirdische auf die Menschheit los.

          Ich hoffe, die Menschen, die meine freundlichen Außerirdischen mochten, werden mir verzeihen, aber ich mußte einfach, bevor ich in Rente gehe - was ich womöglich niemals tun werde -, einen Film mit ganz fiesen Außerirdischen machen.

          Hat das nicht auch etwas mit dem Zeitpunkt zu tun? Science-fiction-Filme erzählen ja immer etwas von den Ängsten und Albträumen der Gegenwart.

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