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Schauspielerin Emma Thompson : „Frauen, schließt euch zusammen!“

  • -Aktualisiert am

Emanzipiert und optimistisch: Emma Thompson als Richterin in „Kindeswohl“ Bild: ddp/INTERTOPICS/LMKMEDIA Ltd.

Emma Thompson kommt zurück in die Kinos: als Richterin mit Überzeugungen in einem patriarchalischen System. Ein Gespräch über ihre Anfänge als Comedian, ihre Punk-Phase, ungerechte Löhne und Selbstbefriedigung.

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          Frau Thompson, in Ihrem neuen Film „Kindeswohl“ spielen Sie eine Familienrichterin, die über das Schicksal eines leukämiekranken Jungen entscheiden muss: Seine Eltern lehnen aus religiösen Gründen eine lebensrettende Bluttransfusion ab. Wie hätten Sie entschieden?

          Als Freidenkerin, Feministin und Atheistin werde ich schnell aggressiv, wenn mir jemand weismachen will, das Blut verschiedener Menschen dürfe man nicht mischen. Aber dann denke ich mir: Wie komme ich dazu, mich über andere zu erheben? Verspürt ein Zeuge Jehovas vielleicht bei einer Bluttransfusion ein ähnliches Unbehagen wie ich bei einer Genmanipulation? Ich fand es faszinierend, eine Richterin zu spielen, die versucht, auch Standpunkte zu verstehen, die sie selbst vehement ablehnt. Eine, die sich in andere Menschen einfühlt und ihre Macht nicht missbraucht, obwohl sie im Zentrum eines zutiefst patriarchalischen, antiquierten Rechtssystems agiert.

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