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Nach schwerer Krankheit : Michael Gwisdek ist gestorben

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Komödiant, Melancholiker und Exzentriker: Michael Gwisdek Bild: Picture-Alliance

In der DDR überzeugte er auf der Theaterbühne, im vereinten Deutschland spielte er an der Seite von Daniel Brühl und Benno Fürmann. Nun ist Michael Gwisdek im Alter von 78 Jahren gestorben.

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          Der Schauspieler und Regisseur Michael Gwisdek ist tot. Er starb am Dienstag im Alter von 78 Jahren nach kurzer schwerer Krankheit, wie seine Familie am Mittwoch nach Angaben der Agentur Just Publicity mitteilte. Zu seinen bekanntesten Filmen gehören „Good Bye, Lenin!“, „Boxhagener Platz“, „Nachtgestalten“ und „Oh Boy“. Auch im Fernsehen war er oft zu sehen: ob im „Tatort“, bei „Bella Block“ oder in den „Donna Leon“-Verfilmungen.

          In seinen Rollen zeigte er sich als Komödiant, Melancholiker und Exzentriker, wie die Defa-Stiftung über ihn schrieb. In seinen Regie-Arbeiten überzeugte er mit sensibel gezeichneten Figuren. Sein Regiedebüt gab er 1988 mit „Treffen in Travers“. Später folgten „Abschied von Agnes“ und „Das Mambospiel“. Privat waren Michael Gwisdek und die Schauspielerin Corinna Harfouch viele Jahre ein Paar. Sohn Robert wurde ebenfalls Schauspieler, Sohn Johannes Komponist. Später lebte Gwisdek mit seiner Frau, der Drehbuchautorin und Schriftstellerin Gabriela Gwisdek, auf dem Land vor Berlin.

          Der 1942 geborene Gastwirtssohn aus Berlin-Weißensee lernte das Schauspielhandwerk an der Hochschule für Schauspielkunst „Ernst Busch“. Er spielte in den sechziger und siebziger Jahren an verschiedenen Theatern in der DDR. Sein komödiantisches Talent brachte ihm bald Rollen im Kino ein.

          „Die Bubi Scholz Story“ (Roland Suso Richter, 1998; hier mit Benno Fürmann und Horst Krause) Bilderstrecke
          Michael Gwisdeks Rollen : Ein Spezialist für sensibel gezeichnete Figuren

          Nach dem Fall der Mauer erfüllte sich sein Traum, über den roten Berlinale-Teppich zu gehen. 1999 erhielt Gwisdek einen Silbernen Bären als bester Hauptdarsteller in Andreas Dresens „Nachtgestalten“. Seine Trophäen-Ausbeute war groß und reicht vom Deutschen Filmpreis über den Deutschen Fernsehpreis bis zum Grimme-Preis.

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