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Schauspieler : Der Undurchschaubare

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Ein Hauch von de Niro: Christoph Bach Bild: picture-alliance/ dpa/dpaweb

Keiner spielt Einzelgänger im deutschen Film schöner als er: Der Schauspieler Christoph Bach erinnert ein wenig an den jungen Robert de Niro und gilt seinen Regisseuren als kommender Star.

          Vielleicht ist es sein Blick. Es ist ein Blick, der nichts preisgibt, kein Gefühl, keine Absicht, keinen Hintergedanken. Einfach ein Blick. Frei für eigene Interpretation.

          Christoph Bach führt ihn mitten im Gespräch einmal kurz vor - läßt von einer Sekunde auf die andere sein Gesicht vollkommen ausdruckslos werden und wirkt da mit einem Mal wie eine dieser Filmfiguren, die er so großartig spielen kann. Figuren sind das, wie gemacht, die Sehnsüchte des Publikums auf sich zu ziehen. Einzelgänger, von denen man nie so genau weiß, was in ihnen vorgeht, es aber sehr gerne wüßte, und die bei all ihrer zur Schau getragenen Stärke immer ein bißchen verloren scheinen. Und egal, wie nahe die Kamera auch an sie herangeht, sie kann ihnen ihr Geheimnis nicht entreißen, was diese Figuren natürlich vollkommen und ganz und gar unwiderstehlich macht.

          Herumtreiber und Taugenichts

          In „Katze im Sack“ (Regie Florian Schwarz), der gerade im Kino läuft, spielt Christoph Bach eine solche Figur: Karl, einen Herumtreiber, einen Taugenichts, die Sorte Mann, vor der Mütter ihre Töchter warnen, weil sie immer auf dem Sprung sind, nicht bleiben werden, nie, bei keiner. Es ist einer dieser nächtlichen Großstadtfilme, in denen emotional verkrüppelte Charaktere einander begegnen und ihre Riesenangst vor Nähe wenigstens für einige kurze Szenen überwinden.

          Beinahe die gleiche Rolle spielt er auch in „Close“, einem Film von Marcus Lenz, der zur Zeit lauter Preise gewinnt und erst im Herbst in die Kinos kommt (und daß die weibliche Hauptrolle in beiden Fällen von Jule Böwe gespielt wird, macht die Parallelen nur noch offensichtlicher). Auch hier ist er ein junger Mann, der scheinbar ziellos durchs Leben irrt, Ärger provoziert, um wenigstens überhaupt mal irgendwann eine Grenze zu spüren, und der eine kurze, intensive, letztlich aber gefühllose Begegnung mit einer Frau hat, bevor er wieder weiterzieht.

          Ist das der neue Männertyp im deutschen Kino? Nach all den sensiblen Neurotikern (gespielt von Kai Wiesinger, Herbert Knaup, Matthias Schweighöfer) und traurigen Komikern (Moritz Bleibtreu, Armin Rohde, Axel Prahl) jetzt der Mann, der nicht erwachsen werden will, der Verantwortung scheut wie Albinos das Sonnenlicht?

          Sehnsucht und Stärke

          Christoph Bach zitiert aus einem anderen Film, um die Frage zu beantworten, aus „Irrlicht“, von Louis Malle. Es sei nicht leicht, ein Mann zu sein, heiße es darin - „man muß Lust dazu haben“. Und viele Männer blieben heute eben lieber Jungen. „Die haben nach dem Taumel und dem Rausch der Jugend keine Lust, das gegen etwas anderes einzutauschen“, sagt Bach, „gegen etwas, das sie noch nicht kennen und vor dem sie vielleicht Angst haben. Lieber verharren sie in einer Warteposition und geben sich der Illusion hin, dabei bedingungslos zu sein und die Ideale der Jugend nicht zu verraten. Und bis zu einem gewissen Alter ist das ja auch okay. Aber irgendwann gerät es aus dem Takt.“

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