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Schauspieler : Der Undurchschaubare

  • -Aktualisiert am

Christoph Bach ist vor kurzem dreißig geworden. Bei seinem eigenen Erwachsenwerden hätte ihm die Arbeit geholfen, sagt er. Die Auseinandersetzung mit diesen Männerrollen, aber auch einfach die Tatsache, daß man als Schauspieler ohnehin ziemlich viel Verantwortung übernehme. Einem Film, einer Geschichte, einem Regisseur gegenüber. Man lerne viel in diesem Beruf, sagt er. Über Menschen, Milieus, Lebensentwürfe, über sich selbst. Fragen, die einen ohnehin beschäftigen, würden wie im Durchlauferhitzer behandelt.

Wissen über Zeppeline

Und auch Fragen, mit denen man sich sonst wahrscheinlich eher nicht beschäftigen würde. So kann einem Christoph Bach so ziemlich alles über nichtletale Waffen erzählen, weil er demnächst in einem Theaterprojekt zu diesem Thema mitwirkt. Und über die Nachteile von mit Wasserstoff betriebenen Zeppelinen gegenüber solchen, die mit Helium betrieben werden, weiß er auch bestens Bescheid, seit er in einem Film über den Absturz der „Hindenburg“ mitgespielt hat.

Zur Schauspielerei hat er schon ziemlich früh gefunden, während der Schulzeit in Gomaringen, wo er herkommt, einem kleinen Ort am Fuße der schwäbischen Alp. „Wer auf dem Land aufwächst“, sagt Bach, „muß etwas für sich finden, das ihm Spaß macht. Man sitzt sonst zu viel mit Bier auf irgendwelchen Waldspielplätzen, um der Erwachsenenwelt zu entfliehen.“ Um ihn herum hätten plötzlich alle Crossover-Metal-Bands gegründet, und nachdem das nichts für ihn war und er ein paar Jahre lang in seiner Freizeit Fanzines gemacht hatte, die „Cry out“ hießen oder „Kaktus“ und für die er Bands wie Boxhamsters oder Kolossale Jugend interviewte, entdeckte er schließlich die Theatergruppe der Schule für sich. „Ich mochte die Aufmerksamkeit, auf einmal wurde man auf dem Schulhof angesprochen, und es hat wohl auch irgendwie funktioniert. Es entsprach mir, sagen wir so.“

Auftrag Moabit

Nach dem Zivildienst studierte er ein paar Semester lang halbherzig Germanistik, Philosophie und Theater-, Film- und Fernsehwissenschaft, dann schaffte er die Schauspiel-Aufnahmeprüfung an der Berliner Hochschule der Künste (die theoretische Abschlußarbeit zum Thema „Die Figur des Schauspielers in Thomas Bernhards ,Holzfällen'“ steht allerdings noch aus).

Aufmerksamen MTV-Zuschauern könnte er schon Ende der neunziger Jahre in der Sendung aufgefallen sein, die Christian Ulmen damals moderierte. Dort liefen mehrere Folgen einer Superhelden-Persiflage, in der er mitspielte: „Auftrag Moabit“. Bach war darin ein Martial-Arts-Kämpfer namens Khaki Korea, der „durch den Kiez lief und Leute vermöbelte“, wie er die Handlung zusammenfaßt. Seither hat Bach, wie alle guten jungen Schauspieler, die Geld für die Miete verdienen müssen, in mehreren „Tatorten“ und „Donna Leons“ mitgespielt.

Trotz und Verletzlichkeit

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