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Kinderstar, Kinostar, Autorin : Schauspielerin Christine Kaufmann ist gestorben

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Christine Maria Kaufmann, geboren am 11. Januar 1945 in Lengdorf in Österreich, gestorben am 28. März 2017 in München Bild: dpa

„Rosen-Resli“ machte sie im Nachkriegsdeutschland zum Kinderstar, für ihr Hollywood-Debüt bekam sie einen Golden Globe. Im Alter von 72 Jahren ist die Schauspielerin Christine Kaufmann gestorben.

          Die Schauspielerin Christine Kaufmann ist tot. Sie starb in der Nacht zu diesem Dienstag im Alter von 72 Jahren, wie ihr Management mitteilte. Zuletzt hatte sich die Familie sehr besorgt über den Gesundheitszustand der erkrankten Künstlerin geäußert.

          In den siebziger Jahren bei Theaterproben in Hamburg Bilderstrecke

          Christine Kaufmann war ein Kinderstar: Geboren am 11. Januar 1945 in Lengdorf in der Steiermark als Tochter eines ehemaligen deutschen Offiziers und einer französischen Maskenbildnerin wurde sie als Siebenjährige in die Ballettschule des Theaters am Gärtnerplatz aufgenommen. 1952 wechselte sie zum Bayerischen Staatsopernballett, und 1953 wurde sie von Regisseur Viktor Tourjansky für den Zirkusfilm „Salto mortale“ entdeckt. Im Alter von neun Jahren eroberte sie 1954 in dem Film „Rosen-Resli“ unter der Regie von Harald Reinl das Kino-Publikum. 1958 hielt sie in „Mädchen in Uniform„ nach Meinung der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ als wehrloser Internatszögling „der Strahlkraft sogar einer Romy Schneider stand“. Für ihr Hollywood-Debüt in „Stadt ohne Mitleid“ (1961) erhielt sie einen Golden Globe. Darin spielte Kaufmann an der Seite von Kirk Douglas ein Kleinstadtmädchen, das Opfer einer Vergewaltigung wird. Es folgten weitere Engagements in Hollywoodfilmen wie „90 Minuten nach Mitternacht“ (1962) und „Taras Bulba“ (1962).

          Von Fassbinder bis „Monaco Franze“

          Schlagzeilen machte 1963 ihre Heirat mit dem 20 Jahre älteren Hollywoodstar Tony Curtis. Nach fünf Jahren wurde die Ehe geschieden, Kaufmann kehrte mit den beiden Töchtern nach Deutschland zurück. Bei einem erbitterten Sorgerechtsstreit wurden ihre Kinder sogar nach Los Angeles entführt.

          Mit anspruchsvollen Rollen gewann Christine Kaufmann wieder an schauspielerischem Profil und wurde auch von Regisseuren des „Neuen deutschen Films“ besetzt. Man sah sie 1969 in dem Durbridge-Fernsehkrimi „Wie ein Blitz“ und 1970 in dem Fernsehfilm „Das Bastardzeichen“. Sie spielte in Werner Schroeters Filmen „Der Tod der Maria Malibran“ (1971) und „Tag der Idioten“ (1981), unter seiner Regie gab sie ihr Bühnendebüt am Deutschen Schauspielhaus in Hamburg (1972) mit der Titelrolle in „Salome“. Sie spielte in Fernsehserien wie „Der Kommissar“ und „Derrick“. Für Rainer Werner Fassbinder stand sie in „Lola“ und „Lili Marleen“ vor der Kamera. Als Olga bestach sie Anfang der achtziger Jahre in der bayerischen Fernsehserie „Monaco Franze - Der ewige Stenz“ neben Helmut Fischer und Ruth Maria Kubitschek. 1983 übernahm sie Hauptrollen in Peter Zadeks Simmel-Verfilmung „Die wilden Fünfziger“ und in Percy Adlons Annette-Kolb-Verfilmung „Die Schaukel“. In den letzten Jahren war sie seltener auf der Leinwand zu sehen. In „Tom Sawyer und Huckleberry Finn“ spielte sie 2014 die Tante Polly.

          Auch als Autorin war Christine Kaufmann aktiv. Sie schrieb Wellness- und Beauty-Bücher und vertrieb ihre eigene Kosmetiklinie. Ihre Memoiren veröffentlichte sie 1989 unter dem Titel „Normal müsste man sein“. 2005 folgte „Christine Kaufmann und ich. Mein Doppelleben“. Mit Leidenschaft pflegte Christine Kaufmann, die vier Mal verheiratet war, das Familienleben mit ihren Töchtern und Enkeln. Uralt zu werden, war nicht ihr Wunsch. „Ich interessiere mich für ein gutes Leben, nicht für ein langes“, sagte sie der Zeitschrift „Woman“ einmal. „Ich habe auch keine Angst vorm Sterben.“ In der Nacht zum heutigen Dienstag starb sie nach einer schweren Erkrankung.

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