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Rod Taylor zum Achtzigsten : Ein Mann wie ein Baum

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Am Set von „Inglorious Basterds“ hatte Quentin Tarantino ihn nur angestarrt. Er konnte es nicht fassen, mit Rod Taylor zu drehen. An diesem Montag wird der Schauspieler, der Hitchcocks Vögeln die Stirn bieten durfte, achtzig Jahre alt.

          Er kommt aus einer Zeit, als die Gesichter der Stars noch aus einem anderen Holz geschnitzt zu sein schienen. Kantiger Schädel, markantes Kinn, scharfer Scheitel. Allenfalls Kirk Douglas sah noch geschnitzter aus als Rod Taylor, dessen Gesicht überhaupt nur aus gerade Linien bestand: Nase, Brauen, Mund, wie mit dem Messer gezogen.

          Weil aber solche Typen auch in Hollywood nicht auf den Bäumen wuchsen, mussten sie schon damals importiert werden. Rod Taylor kam aus Lidcombe, einem Vorort von Sydney, wo sein Vater Stahlarbeiter und Maler war und seine Mutter Kinderbuchautorin. Rod studierte selbst Malerei, war aber von einem Auftritt Laurence Oliviers, der mit dem Old Vic durch Australien tourte, so begeistert, dass er zur Bühne wechselte und mit fünfundzwanzig nach Amerika ging, wo er erst mal in Serien wie „Cheyenne“ oder „Hong Kong“, aber auch kleinere Rollen in „Giganten“ oder „Raintree Country“ spielte. In den Sechzigern gelang ihm der Durchbruch als Erfinder George in „Die Zeitmaschine“, dem dann ein Ausflug als Sir Francis Drake in „Pirat der sieben Meere“ folgte, ehe Taylor seinen großen Auftritt hatte: in Hitchcocks „Vögel“.

          Der Hitchcock-Ruhm reichte für ein paar Hauptrollen in den Sechzigern

          Er ist der junge Anwalt, der mit Mutter und kleiner Schwester an der ominösen Bodega Bay wohnt und am Anfang noch vielsagend lächelt, wenn er in der Zoohandlung die Lovebirds einfängt und zu Tippi Hedren sagt: „Ich stecke sie wieder in ihren goldenen Käfig.“ Von seinem Sarkasmus ist sie nicht sonderlich begeistert, folgt ihm aber doch an die Bodega Bay, denn schließlich ist er ein Baum von einem Mann, wie er einem Großstadtpüppchen nicht häufig vor die Füße fällt. Der Hitchcock-Ruhm reichte für ein paar Hauptrollen in den Sechzigern, in denen Rod Taylor bevorzugt Colonels, Majors und Captains spielte, aber auch den Firmenchef, dessen famose Villa am Ende von „Zabriskie Point“ in die Luft gejagt wird.

          Für seine Fans ist sicher am wichtigsten der Auftritt als Söldnerführer Curry in Jack Cardiffs „Dark of the Sun“, der bei uns den schönen Titel „Katanga“ hatte. Jedenfalls gilt das für Quentin Tarantino, dessen „Inglourious Basterds“ sich auch daran anlehnen und dem es eine besondere Ehre war, Rod Taylor für eine kleine Rolle darin zu gewinnen, als Winston Churchill. Bei den Dreharbeiten in Babelsberg bemerkte Taylor, dass Tarantino ihn anstarrte, und fragte: „Was ist los?“ Und Tarantino sagte: „Ich kann es nicht fassen: Ich habe Rod Taylor am Set.“ An diesem Montag wird der Mann achtzig Jahre alt.

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