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Sahraa Karimi im Gespräch : Die Taliban sind so grausam wie eh und je

Sahraa Karimi nach ihrer Ankunft in Kiew im August Bild: Reuters

Sahraa Karimi war die erste Frau, die in Afghanistan einen Spielfilm drehte. Mitte August hat sie das Land verlassen. Ein Gespräch über ihre Flucht.

          4 Min.

          Frau Karimi, als Mitte August die Taliban vor Kabul standen, haben Sie ein Video veröffentlicht. Darin sieht man Sie verzweifelt durch die Straßen laufen, dann folgten zwei Tage Stille, bis die Nachricht kam, dass Sie das Land verlassen haben. Was war in der Zwischenzeit passiert?

          Maria Wiesner
          Redakteurin im Ressort „Gesellschaft & Stil“.

          Die Tage nach dem Abzug der US-Truppen liefen noch normal ab. Die Leute gingen zur Arbeit, ich auch. Am Mittag war ich auf dem Weg zur Bank. Dort hörte ich, dass die Taliban in der Stadt angekommen sind. Ich habe das Video aufgenommen, um zu zeigen, was gerade in Kabul passiert. Zu Hause angekommen, überlegte ich, was ich tun sollte. Ich war als Direktorin des afghanischen Filminstituts eine Angestellte der Regierung. Und eigentlich bin ich zu kämpferisch, um vor etwas zu fliehen.

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