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Samuel L. Jackson wird siebzig : „Auf Seite 30 war ich tot“

Entweder moralisch oder Mörder: Samuel L. Jackson Bild: The Weinstein Company

„Pulp Fiction“, „Die Hard“, „Jurassic Park“, „Star Wars“, „Django Unchained“: Samuel L. Jackson spielt im Durchschnitt in vier Filmen pro Jahr, doch hat er sein Repertoire noch längst nicht ausgeschöpft. Heute wird er siebzig.

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          Seit Samuel L. Jackson in Quentin Tarantinos „Pulp Fiction“ einen Auftragsmörder namens Jules spielte, der die Bibel zitierte, bevor er mordete, und gleich anschließend über Cheeseburger philosophierte, entkommt man ihm nicht. Da war er bereits 45 und hatte schon bei Spike Lee gespielt und beim Filmfestival in Cannes für seine Rolle in dessen „Jungle Fever“ eine Auszeichnung gewonnen, die es vorher gar nicht gab, so außergewöhnlich schien der Jury seine Leistung.

          Verena Lueken

          Redakteurin im Feuilleton.

          Aber weltberühmt wurde er erst als Jules, als Mörder mit der Rhetorik und dem Sendungsbewusstsein des moralisch Überlegenen. Das blieb, mehr oder weniger, sein Rollenbild seitdem, auch wenn er manchmal nur der sprachgewandte Mörder, manchmal vor allem der moralisch Überlegene ist. Er spielt in etwa vier Filmen pro Jahr, was erklärt, warum er auf Leinwänden und bei Streamingdiensten allgegenwärtig ist. Allein mit Marvel hat er einen Vertrag für neun Filme, mit Tarantino hat er vermutlich keinen Vertrag, spielt aber trotzdem immer mit, immer schnell schießend, immer fluchend, auch blutüberströmt immer noch elegant und ohne Humor nicht denkbar.

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          Jackson hat sich nicht etwa spät entschlossen, welchen Beruf er ausüben wollte. Er war in der Zeit, bevor er ein Filmstar wurde, gut als Theaterschauspieler in New York beschäftigt, spielte immer wieder in Stücken von August Wilson, Off- oder Off-Off-Broadway, wurde aber stets ersetzt, bevor sie an den Broadway weiterzogen. Mit dabei damals waren Denzel Washington, Wesley Snipes, Morgan Freeman, die alle vor ihm zum Film wechselten. Als es bei ihm dann so weit war, stand für seine Rollen im Abspann lange Zeit, bis „Jungle Fever“ eben, nur: Bandenmitglied, Drogensüchtiger, Türsteher, Fluchtfahrer, und, so hat er wiederholt erzählt, „auf Seite 30 war ich tot“.

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          Heute überlebt er meistens mindestens bis kurz vor Schluss. Er arbeitet ununterbrochen, nicht so sehr für die Kunst, sondern weil das sein Beruf ist und die Angebote offenbar pausenlos eintreffen. Dabei wäre es an der Zeit für eine Charakterrolle – Duke Ellington vielleicht oder ein Black-Panther-Anführer, Stokley Carmichael etwa. Bis es dazu kommt, scheint Jackson im Genre, im Actionfilm, als Superheld zu Hause zu sein, so lässig geht, fliegt, schießt er sich seit einem Vierteljahrhundert durch „Die Hard“-, „Jurassic Park“-, „Star Wars“-, die „Avengers“-Filme, die neue „Unbreakable“-Serie. Am unheimlichsten aber war er als Haussklave in Tarantinos „Django Unchained“, hinkend, seinem Master in aller Grausamkeit ergeben. Heute wird Samuel L. Jackson siebzig Jahre alt.

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