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Wettbewerb der Berlinale : In der Zauberkiste der Zeitlosigkeit

Eine Lehrerin muss sich rechtfertigen: Katia Pascariu in einer Szene des rumänischen Wettbewerbsbeitrag „Bad Luck Banging or Loony Porn“ Bild: dpa

Episodenfilme haben Konjunktur, eine Favoritin kommt aus Frankreich, und im iranischen Kino verbindet sich das Herzzerreißende mit der praktischen Vernunft: eine vorläufige Bilanz des Berlinale-Wettbewerbs.

          4 Min.

          In „Ballad of a White Cow“, einem Film des iranischen Regisseursduos Behtash Sanaeeha und Maryam Moghaddam, wird ein Mann wegen Mordes hingerichtet. Als sich herausstellt, dass er unschuldig war, bekommt seine Witwe eine Entschädigung zugesprochen. Weil Mina in einer Fabrik arbeitet, will der Schwiegervater ihr das Sorgerecht für die taubstumme Tochter entziehen lassen. Da steht eines Tages ein Fremder vor ihrer Tür und behauptet, seine Schulden bei dem Toten begleichen zu wollen. Er gibt Mina Geld, und als sie ihre Wohnung verliert, vermietet er ihr eine neue Bleibe. Sie fasst Vertrauen zu dem Mann, aber selbst, als der nach dem Drogentod seines Sohnes zusammenbricht und Mina ihn ins Krankenhaus fährt, wagt er nicht, ihr zu gestehen, dass er der Richter ist, der das Todesurteil über ihren Ehemann gefällt hat. Als sie die Wahrheit auf anderem Weg erfährt, kommt es zur Katastrophe.

          Andreas  Kilb

          Feuilletonkorrespondent in Berlin.

          Auf Filmfestivals handelt das Kino seltener von schönen als von schweren und bedrängenden Dingen. Vielleicht ist das der Grund, warum iranische Filme in den letzten Jahrzehnten so viele Festivalpreise gewonnen haben. Denn in ihnen wird die Tragödie des Individuums in der Moderne auf eine Weise ins Bild gebracht, die man mit einem altertümlichen Begriff als humanistisch bezeichnen kann.

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