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Porträt : Der Lauselümmel

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Michael Hopp arbeitet am Comeback der Comic-Füchse Bild: picture-alliance / dpa/dpaweb

Von „Tempo“ über den „Quickfinder“ zu „Fix & Foxi“: Eine so wundersame journalistische Biographie, wie sie Michael Hopp vorweisen kann, haben nur ganz wenige in der Medienbranche.

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          Es gab mal eine Fernsehzeitschrift, auf deren Programmseiten ganz links nicht ARD und ZDF standen, sondern RTL und Pro Sieben. Sie hieß "TV total", und ihr Chefredakteur war Michael Hopp. Vermutlich ist er bis heute der einzige, der das Konzept, die Lieblingssender junger Zuschauer voranzustellen, für eine gute Idee hält. Für eine von mehreren "versteckten Qualitäten, die niemand kapiert hat. Eine ganz simple Art zu sagen: Hey, wir sind jung." In der Praxis war die Sache ein bißchen komplizierter, nicht zuletzt, weil die Zeitschrift zu Stefan Raabs gleichnamiger Pro-Sieben-Show gehörte, aber ausgerechnet RTL aufführte. Das gedruckte "TV total" enthielt kaum Anzeigen, wurde wenig gekauft und ging im Jahr 2001 nach vier Monaten ein.

          Vielleicht ist es kein Zufall, daß so eine wundersame Mischung aus Witz- und Fernsehblatt jemandem einfiel, der eine so wundersame journalistische Biographie hat wie Michael Hopp. Er leitete Zeitgeist-Zeitschriften wie "Wiener" und (vertretungsweise) "Tempo", ein österreichisches Wirtschaftsmagazin namens "Cash flow" und die deutsche "Männer Vogue", schrieb einen langen, alles erklärenden Artikel in "Spiegel Reporter" über die "Neue Kronen-Zeitung", Jörg Haider und Österreich an sich und war Chefredakteur von gefühlt fast jeder zweiten deutschen Fernsehzeitschrift. Und nun will er "Fix & Foxi" machen.

          Hopp oder top

          Zum bislang letzten Mal erschienen die Fuchs-Comics vor fünf Jahren. Drei Ausgaben. "Das Heft war übel gemacht", sagt Hopp. Die Fangemeinde vermutete, daß der Ehapa-Verlag, der es damals herausgab, die Figuren vom Markt haben wollte - Ehapa publiziert nämlich auch "Micky Maus". Jetzt arbeitet Hopp am Comeback der Comic-Füchse und ihrer Entourage, Oma Eusebia, Onkel Fax, Professor Knox und natürlich Lupo (den wölfischen Goofy-Verschnitt sieht Hopp als "Vorläuferfigur von Stefan Raab"). Mitte Oktober sollen neue Hefte erscheinen. "52. Jahrgang" wird daraufstehen.

          Der Verlag "Tigerpress" gehört Jan Wickmann, dem Sohn des ehemaligen Gruner+Jahr-Zeitschriftenvorstands, dem Chefzeichner Lutz Mathesdorf und Hopp. Der Chefredakteur ist nun selbst Verleger geworden. Also einer in dem Sinne, der "eine Vision hat, kein reiner Kaufmann ist". Direkt darauf freilich sagt er, daß er jetzt "eine große Marke" habe, wie es all die Verlagsmanager auch immer sagen. Er sei sich nicht sicher, ob er "Fix & Foxi" machen würde, wenn er das nicht auch als "Schritt in die Selbständigkeit" sehen würde. Der Tigerpress-Verlag spricht sich englisch aus und hat noch weitere Projekte. "Kinder, Comics und ein bißchen Fußball", sind seine Themen. Zum WM-Geschäft sollen gezeichnete Varianten real existierender Fußballer, wie sie bereits Kaffeetassen zieren, vielleicht auch als Comics herauskommen, zumindest als Tauschkarten.

          3.000.000 oder 3.000 verkaufte Exemplare

          Als Angestellter hat Hopp schon Zeitschriften geleitet, die drei Millionen verkaufen, und Zeitschriften, die 3.000 verkaufen. Die relevantesten waren die dazwischen. Vor allem mit dem Zeitgeist-Magazin "Tempo" wird er assoziiert. Während andere Ehemalige gerade darüber nachdenken, das 1986 gegründete und 1996 eingestellte Blatt zum Jubiläum für eine Sonderausgabe zu reanimieren, ist Hopp skeptisch. Der Wiener war als Chef des österreichischen "Wieners" nach Deutschland gekommen; "Tempo" nennt er einen Abklatsch, der dem "Original kaum mehr etwas hinzugefügt" habe. In der zweiten Hälfte der achtziger Jahre, als es auch einen deutschen "Wiener" gab, hat Hopp als "Tempo"-Autor dann viele "Trend/Zeitgeist-Titelgeschichten" geschrieben, "die eben irgendeine Titel-Aussage mit Text belegen sollten". Als Zeitschrift findet er das Heft überschätzt - nicht als Karrieremaschine für eine ganze Generation von Journalisten, die heute das Establishment bilden.

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