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Porträt : Der Lauselümmel

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Nun sitzt Hopp also in seinem Büro in Hamburg-St. Georg und feilt an "Fix und Foxi": an Farbigkeit, Größe der Bildausschnitte und Erzählgeschwindigkeit, damit einerseits die an Manga gewöhnten Kinder auf die Märchencharaktere anspringen. Andererseits soll "das warm Regionale", das die deutschen Füchse nach Meinung ihres Verlegers im Gegensatz zur globalisierten "Micky Maus" ausstrahlen und das sich in den Fachwerkhäuschen des Schauplatzes Fuxholzen spiegelt, erhalten bleiben. Die Hefte werden neben neuen und alten Comics um allerlei Kauka-Figuren auch einen redaktionellen Teil enthalten, über den Hopp noch nicht sprechen möchte. Als Kaufanreiz soll jedem Heft ein Gimmick beiliegen, wie den "Yps"- Heften früher und der "Micky Maus" auch längst.

Wenn er beteuert, wie irrsinnig leid es ihm um das völlig vergessene "TV total"-Heft tut, bekommt man eine Ahnung, wieviel Spaß es ihm macht, für Unterhaltungszeitschriften Nischenuniversen zu entwerfen, auch wenn die außerhalb keiner versteht oder zur Kenntnis nimmt. Dann holt Hopp aus seinem Archiv ein Heft aus den sechziger Jahren hervor. Es heißt "Lupo modern". In den Comicstrips sind die Bild-Hintergründe merkwürdig weiß, das findet er "art-deco-mäßig". Rolfs Witwe Alexandra Kauka hat die Lizenzrechte sicher gern an ihn vergeben. Wenn der Vater von fünf Kindern am Beispiel einer Geschichte, in der Hühner blaue Eier legen, erklärt, wie das "breite erzählerische Medium" Comic zugleich Fünfjährige (für die ist die Eier-Farbe "extrem spektakulär") und Zwölfjährige (da ist "die spinnerte Erklärung, wie es dazu kommt, das Thema") erreicht, will man gar nicht ausschließen, daß die "Fix & Foxi"- Wiederbelebung gelingt.

Fix und fertig

Leicht wird sie nicht. Das "Lupo modern"-Heft enthält neben "Bravo"-artigen Berichten über Rex Gildo auch eine "Asterix"-Geschichte. Allerdings heißt Asterix hier "Siggi" - Kauka hatte den Gallier zum Germanen uminterpretiert und sich so schon damals viele Feinde gemacht. Heute schreibt das Internet-Lexikon Wikipedia ihm "teilweise neonazistische Äußerungen" zu. Zu den Phänomenen vergangener Jahrzehnte, die die "Generation Golf" adaptiert hat, zählen Kaukas Lauselümmel eher nicht (Fans nennen "Fix und Foxi" "zwei lustige Lauselümmel, gegen die Max & Moritz Waisenknaben waren").

Die "gefühlte Bekanntheit" bei Überdreißigjährigen aber liegt bei hundert Prozent, sagt Hopp. In der eigentlichen Zielgruppe sinkt die Bekanntheit aber, weil es lange schon keinen Nachschub gab. Die Zeichentrickserie, die bis 2002 produziert wurde, läuft im Kinderkanal nur noch in Wiederholungen. Ein "Fix & Foxi"-Kinofilm wurde zwar angekündigt, jedoch von der Bavaria-Film, bei der gerade kein Stein auf dem anderen bleibt. Im Ravensburger Spieleland gibt es noch ein "Fix & Foxi"-Abenteuerland, aber da ist Hopp noch nicht gewesen. Und das McDonald's- Spielzeug in Füchseform, das auf dem Fensterbrett in seinem Büro steht, ist auch nicht mehr neu. "Wir werden schon richtig kämpfen müssen um die Kinder", sagt Hopp. Mit den angeblich 30000 Hardcore-Fans, die alles kaufen, wo Kauka draufsteht, sei es jedenfalls nicht getan: "Wir wollen uns nicht nur im Lotterbett der Nostalgie ausruhen."

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