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Panne beim Valkyrie-Dreh : Mach's noch mal, Tom

  • -Aktualisiert am

Drehgenehmigung, die zweite: Der Bendlerblock Bild: dpa

Gerade, als es so aussah, als sei die hauptstädtische Provinzposse um den Stauffenberg-Film „Valkyrie“ ausgestanden, hat sie einen neuen Höhepunkt erreicht. Das vor zwei Wochen dort gedrehte Material ist zu Teilen unbrauchbar. Michael Althen kommentiert.

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          Das eine Gesetz, über das sich auch Hollywood nicht erheben kann, lautet: Was schiefgehen kann, geht auch schief. Gerade, als es so aussah, als sei die hauptstädtische Provinzposse um den Stauffenberg-Film „Valkyrie“ ausgestanden, hat sie einen neuen Höhepunkt erreicht.

          Das vor zwei Wochen dort gedrehte Material ist zu Teilen nicht brauchbar, weil es offenbar im Labor zu einem Fehler bei der Entwicklung gekommen ist. Zwar konnten entscheidende Szenen wie die Hinrichtung Stauffenbergs gerettet werden, aber es führt kein Weg daran vorbei, dass Teile des Drehs im Bendlerblock wiederholt werden müssen. Es ist also eine neue Drehgenehmigung beantragt, und man möchte hoffen, dass sie zügig erteilt wird, damit sich die Farce nicht wiederholt.

          Dass Filmmaterial unbrauchbar ist, kommt gelegentlich vor. Mal bleibt die Entwicklungsmaschine stehen, und der Film hängt zu lange im Entwicklerbad, mal wird das Negativ falsch in die Abtastung eingelegt, und es gibt Streifen am Rand, mal war es von Anfang an fehlerhaft. In der Regel ärgert sich der Regisseur, aber die Versicherung zahlt, und es kräht kein Hahn danach. Nun lag aber auf diesem Film von Anfang an eine besondere Aufmerksamkeit, die offenbar allerorten zu einer Nervosität führte, welche Fehler nach sich zog. Erst fielen beim Dreh Leute vom Laster und verletzten sich, und nun ist selbst im Labor etwas aus dem Ruder gelaufen, was Routine sein sollte.

          Die Produktionsfirma United Artists, ihr Star Tom Cruise und der Regisseur Bryan Singer werden sich inzwischen wohl auch fragen, was sich bei diesem Film gegen sie verschworen haben mag. Aber mit Verschwörungstheorien ist dem dummen Zufall nicht beizukommen. Wer in diesem Fall von Sabotage redet, muss sich fragen, wer dabei etwas zu gewinnen hätte, wenn die Diskussion nun wieder von vorne losgeht. Dass es bei diesem Projekt zu Pannen gekommen ist, mutet nur deswegen so bizarr an, weil der Film ja schließlich von einem Mann handelt, dem eine dumme Panne zum Verhängnis wurde. Dass Stauffenbergs Aktentasche mit der Sprengladung nicht die erhoffte Wirkung entfaltete und Hitler mit dem Leben davonkam, ist schließlich nur der tragische Beleg dafür, dass selbst die penibelste Planung nicht jenes Gesetz außer Kraft zu setzen vermag, wonach eben schiefgeht, was schiefgehen kann.

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