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Oscars 2021 : Kürzer, politischer und mit einer klaren Gewinnerin

Große Freude beim „Nomadland“-Team: Chloé Zhao (Mitte) im Kreis ihrer Produzenten. Bild: EPA

Die Oscar-Verleihung sollte trotz Pandemie live und vor Ort als Glamour-Event stattfinden und so divers wie nie sein. Konnte die Academy diese Versprechen einhalten?

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          Wie ein Film sollte die Oscarnacht werden. Das hatte Steven Soderbergh, der in diesem Jahr die Verleihung mitproduzierte, vor einigen Tagen angekündigt. Was genau er sich darunter vorstellte, konnte man in der Nacht zum Montag sehen: Innerhalb von rund drei Stunden, also fast schon in Rekordzeit, wurden die Trophäen in 23 Kategorien vergeben. Zu Beginn der Show zeigte Regina King, was ein dramatischer Auftakt ist: mit einem Oscar in der rechten Hand und einer Energie, die sie zuletzt als rächende Superheldin in „Watchmen“ an den Tag legte, betrat sie die Union Station in Los Angeles.

          Maria Wiesner
          Redakteurin im Ressort Gesellschaft bei FAZ.NET.

          Nicht ohne Grund hatte man in diesem Jahr das große Bahnhofsgebäude ausgewählt, es sollten unter Einhaltung der Pandemieauflagen so viele Nominierte wie möglich vor Ort Platz haben. Die Bahnhofshalle mit ihren Art-Deco-Elementen war im Stil einer Musikhalle der goldenen Zwanziger gestaltet, die Nominierten saßen in blaugepolsterten Nischen an runden Tischchen – die Kulisse hatte sogar mehr Glamour als das Dolby Theater, in dem bislang die Verleihung stattfand. Statt mit Quantität versuchte Soderbergh es in diesem Jahr mit Intimität.

          Zum Teil gelang das, wechselnde Moderatoren garnierten die kurze Vorstellung der Nominierten in ihrer jeweiligen Kategorie mit kurzen Anekdoten zur Person und ihrem Kunstschaffen. Man sparte sich so die langen Filmtrailer und erfuhr etwa, dass „Minari“-Darsteller Steven Yeun als Zehnjähriger mit seiner Mutter ins Kino durfte, als der zweite „Terminator“-Film lief. „Sie hat währenddessen so getan, als wäre das geplant gewesen“, erinnert er sich und nutzt seine von kindlicher Faszination gefärbte Erinnerung an die Szenen, in denen Maschinen zerschossen werden und Arnold Schwarzeneggers Hand sich als Roboterarm herausstellt, um eine Überleitung zu den Nominierungen für visuelle Effekte hinzubekommen. (Den Oscar gewann übrigens Christopher Nolans „Tenet“, der dank solcher Effekte glaubhaft von umgekehrter Entropie erzählen konnte.)

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          Das eigentliche Versprechen für diesen Abends aber hatte nicht Steven Soderbergh gegeben, sondern die Academy of Motion Picture Arts and Sciences selbst, die sich nach den Vorwürfen zu alt, männlich und weiß zu sein (#oscarssowhite), nun diverser präsentierte. 70 Frauen waren in den 23 Kategorien nominiert. Gleich der erste Oscar des Abends ging an Emerald Fennell für ihr Drehbuch zum Rachefilm „Promising Young Woman“. Die große Gewinnerin des Abends aber war ganz klar Chloé Zhao. Sie wurde nicht nur als beste Regisseurin ausgezeichnet – und folgt damit Kathryn Bigelow, die für „The Hurt Locker“ 2009 bislang die einzige Frau war, die in dieser Kategorie gewonnen hatte. Zhao nahm ebenfalls die Auszeichnungen für den besten Film entgegen. Den Roadmovie auf den Spuren von Arbeitsnomaden durch die Vereinigten Staaten hatte die gebürtige Pekingerin mit kleinem Budget selbst produziert.

          Den dritten Oscar für „Nomadland“ holte Frances McDormand für ihre Hauptrolle als Nomadin Fern, die in einem Auto der Arbeit hinterherreisen muss, nachdem der größte Betrieb ihres Wohnorts geschlossen wurde. Beide hielten sich in ihren Dankesreden kurz, man sah ihnen jedoch den Triumph an. In anderen Jahren wäre dieser Film mangels Werbebudget vielleicht durch finanzkräftige Blockbusterproduktionen an den Rand gedrängt worden.

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