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Oscar-Verleihung 2014 : Wer beeinflusst wen und wann bei der Wahl?

Räumten mit „American Hustle“ als bestes Ensemble bei den Screen Actors Guild Awards ab: Amy Adams, Bradley Cooper, Jeremy Renner, Christian Bale and Jennifer Lawrence (von links) Bild: AP

Golden Globes, SAG-Award, People’s Choice Award: Es gibt kaum einen amerikanischen Kino-Preis, der nicht als verlässlicher Vorbote für die Oscar-Verleihung gelten will. Aber welchen Einfluss haben diese Ehrungen wirklich?

          Seit am 12. Januar die Golden Globes verliehen wurden, vergeht kaum ein Tag ohne neue Preismeldungen aus Hollywood, New York oder sonst woher, wo Verbände oder Kritiker ihre Voten über die besten Filme und Einzelleistungen des Jahres abgeben. In diesem Jahr gab es mehr erstaunliche Filme als etwa im letzten, das macht die Sache spannender als in anderen Jahren. Die Globes, die jahrzehntelang als Oscar-Barometer galten, obwohl die Mitglieder der Auslandspresse, die sie vergeben, bei den Oscars nicht stimmberechtigt sind, haben diesen Ruf in den letzten Jahren durch weniger überzeugende Übereinstimmungsquoten etwas ramponiert.

          Ohne Einfluss: Die Golden Globes

          Verena Lueken

          Redakteurin im Feuilleton.

          Auf die Oscar-Nominierungen haben sie sowieso keinen Einfluss, denn dafür endet die Abstimmungsfrist, bevor die Globes vergeben werden. In diesem Jahr war das am 16. Januar. Es gab überraschende Ausfälle, Robert Redford etwa, der eine Oscar-Nominierung verdient gehabt hätte, ging leer aus, wie der ganze Film „All Is Lost“ (Globe für beste Filmmusik), und auch Spike Jonzes „Her“ (Globe fürs Drehbuch) fehlte unter den Nominierten. Die Globe-Gewinner für die beste Komödie („American Hustle“) und Drama („12 Years a Slave“) allerdings finden sich auch unter den Oscar- Nominierten, ebenso die Darsteller (Leonardo DiCaprio. Matthew McConaughey, Cate Blanchett und Amy Adams).

          Seitdem geht es Schlag auf Schlag. Nicht jede Verleihung ist so wichtig, wie ihre Teilnehmer sie nehmen, die Kritikerpreise aus Dallas, Boston, Chicago, Los Angeles und New York etwa sind angesehen, aber nicht wegweisend.

          Stimmgewaltig: Schauspieler und Produzenten

          Mächtiger sind die Schauspieler. Von denen, die am vergangenen Samstag Abend das Darstellerensemble aus „American Hustle“ ausgezeichnet haben - das sind, wie auf obigem Bild unter Fett, Make-Up und Toupets nicht auf den ersten Blick erkennbar: Amy Adams, Bradley Cooper, Jeremy Renner, Christian Bale und, ganz rechts, Jennifer Lawrence -, stimmen eine Menge auch bei den Oscars ab. Insgesamt stellen die Schauspieler zwanzig Prozent der Abstimmungsberechtigten in der American Academy of Pictures and Sciences. Da beginnt die zweite Abstimmungsphase erst am 14. Februar. Zeit also, beeinflusst zu werden.

          Die Produzenten, die nach den Schauspielern am Sonntag ihre Preise vergaben, stellen acht Prozent der Academy-Mitgliederschaft. Und sie präsentierten ein noch nie dagewesenes Ergebnis: nämlich zwei Sieger, „12 Years a Slave“ von Steve McQueen (F.A.Z. vom 15. Januar) und „Gravity“ von Alfonso Cuarón (F.A.Z. vom 10. Oktober).

          Für insgesamt zehn Oscars nominiert: Alfonso Cuaróns Weltraum-Drama „Gravity“   Bilderstrecke

          Im vergangenen Jahr hatten die Produzenten mit „Argo“ den überragenden Sieger bei den Oscars vorgegeben, und auch in früheren Jahren waren ihre Sieger später die Oscar-Gewinner. Siebzehnmal war das der Fall in der vierundzwanzigjährigen Geschichte des Verbands. In den vergangenen Jahren wählten die Produzenten „The Hurt Locker“, als alle „Avatar“ erwarteten, und sie zeichneten „The King’s Speech“ aus, als es so aussah, als sei „The Social Network“ nicht zu schlagen. Bei den Oscars war es dann genauso.

          Schauspieler und Produzenten stimmen vermutlich bei der Endauswahl der Oscars nicht anders als in ihrem Verbänden. Damit sind 28 Prozent der Stimmen eigentlich schon vergeben. Denn über die Oscar-Nominierungen in den einzelnen Kategorien wird zwar nur von den Mitgliedern der entsprechenden Verbände entschieden (und über die Nominierung zum „Besten Film“ dürfen alle abstimmen), in der entscheidenden zweiten Phase aber votieren alle über alle Preise. Beim Auslands-Oscar, den Dokumentar- und Kurzfilmen ist das komplizierter.

          Was heißt das nun für die kommenden Wochen? Die drei Filme unter den neun Nominierten mit den besten Aussichten sind immer noch „American Hustle“ und „Gravity“ (je zehn Nominierungen) und „12 Years a Slave“ (neun). Entsprechend der Nominierungen fallen diesen Filmen jetzt die Preise zu. „Dallas Buyers Club“, das Aids-Drama, für das Matthew McConaughey seine Trophäen einsammelt, scheint abgehängt. Aber es kommen noch Preise. Zum Beispiel die des Regisseursverbands am 25. Januar. Und die der Autorengewerkschaft am 1. Februar. Verliehen werden die Oscars am 2. März.

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