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NS-Vergangenheit : Berlinale setzt Alfred-Bauer-Preis aus

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Der Berliner Bär im Blaulicht: Die Filmfestspiele wollen ihre NS-Vergangenheit aufarbeiten. Bild: Reuters

Die Berlinale vergibt den nach ihrem ersten Präsidenten benannten Preis nicht mehr und reagiert damit auf eine Recherche der „Zeit“. Diese hatte auf die NS-Vergangenheit von Alfred Bauer hingewiesen.

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          Bei der am 20. Februar stattfindenden 70. Berlinale wird es keinen „Silbernen-Bär-Alfred-Bauer-Preis“ mehr geben. Damit reagierte die Leitung des Filmfestivals auf Recherchen der „Zeit“. Diese hatte einen Bericht veröffentlicht, der mit Dokumenten belegen soll, dass der erste Präsident der Berlinale ein „hochrangiger Funktionär der NS-Filmbürokratie“ gewesen war.

          In einer auf der Homepage veröffentlichten Mitteilung der Filmfestspiele heißt es, „die Interpretation dieser Quellen legt nahe, dass er bedeutende Positionen in der NS-Zeit innehatte. Angesichts dieser neuen Erkenntnisse wird die Berlinale den ‚Silbernen Bär-Alfred-Bauer-Preis‘ aussetzen.“ Die herausgehobene Position ihres ehemaligen Leiters sei dem Festival so bislang noch nicht bekannt gewesen. Die Berlinale wolle ihre Geschichte nun mit der Hilfe von externen Wissenschaftlern aufarbeiten.

          Bauer hatte die neben Cannes und Venedig zu den drei größten Filmfestspielen der Welt gehörende Berlinale von 1951 bis 1976 geleitet. Seit 1987 wird der nach ihm benannte Preis als eine von mehreren Bären-Auszeichnungen im Wettbewerb verlieren. Die Regisseurin Nora Fingscheidt hatte ihn im vergangenen Jahr für ihren Film „Systemsprenger“ erhalten.

          Der Skandal erreicht eine neue Berlinale-Führung. Erstmals werden die Festspiele vom Italiener Carlo Chatrian und der Niederländerin Mariette Rissenbeek geführt. Sie folgen auf den langjährigen Direktor Dieter Kosslick. Am 20. Februar soll die Romanverfilmung „My Salinger Year“ des Regisseurs Philippe Falardeau die 70. Ausgabe der Berlinale eröffnen. Die Amerikanerin Sigourney Weaver spielt darin eine Agentin des Schriftstellers J. D. Salinger.

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