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Nina Hoss : Sie hat das Beste noch vor sich

Endlich geschafft: Nina Hoss bekommt für ihre Rolle in „Yella” den Silbernen Bären Bild: AFP

Verdient hat sie den Preis schon lange. Mit „Yella“ hat sie es jetzt geschafft und den Silbernen Bären gewonnen. Vorbei sind die Tage des „Mädchens Rosemarie“, als Nina Hoss vor allem jung und blond und groß war.

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          Verdient hat sie den Preis schon lange. Aber weil weder „Wolfsburg“ noch „Toter Mann“ auf der Berlinale gezeigt wurden, konnte sie auch keinen Silbernen Bären gewinnen für ihre Auftritte in den Filmen von Christian Petzold. Jetzt, mit „Yella“, hat sie es geschafft.

          Andreas  Kilb

          Feuilletonkorrespondent in Berlin.

          Die Ost-West-Pendlerin, Jobsucherin, Erfolgsträumerin Yella aus Wittenberge ist die dritte Hauptfigur, die Nina Hoss für Christian Petzold spielt. Und wie die Rächerin Leyla und die junge Mutter Laura in den früheren Filmen verkörpert auch Yella eine einzige bohrende Frage: Wo liegt mein Glück? Liegt es im Westen, in den Industrieparks am Rand der Städte? Oder im Osten, an den idyllischen, menschenleeren Ufern der Elbe?

          Nina Hoss legt in diese Glücksfrage die ganze Verzweiflung einer Frau, die schon im tiefsten Unglück gesteckt hat, die sich freistrampeln will von ihrer Kindheit, ihren Niederlagen, ihren Herzenstäuschungen. Sie weint nicht, aber sie lacht wie unter Schmerzen. Und es ist etwas Erschreckendes in ihrem Gang, ihren Gesten, eine Härte, die zum Verbrechen befähigt wie zum Opfer. Am Ende ist sie beides, Opfer und Verbrecherin, und die Kamera verharrt auf ihren geschlossenen Augenlidern, als könnten sie sich wider alle Logik noch einmal öffnen. Man traut ihr alles zu.

          Endlich geschafft: Nina Hoss bekommt für ihre Rolle in „Yella” den Silbernen Bären Bilderstrecke

          Das Publikum liegt ihr zu Füßen

          Nina Hoss, Tochter eines Betriebsrats und Grünen-Politikers und einer Theaterregisseurin, ist eine der ganz wenigen Schauspielerinnen im deutschen Film, denen man eine internationale Karriere zutraut, einen Sprung, wie er den meisten hierzulande versagt bleibt.

          Sie ist großartig, in den Petzold-Filmen ebenso wie in Doris Dörries „Nackt“ und Hermine Huntgeburths „Weißer Massai“, aber jedesmal strahlt sie die Gewissheit aus, dass sie das Beste noch vor sich hat. Im Theater, wo sie in Stücken von Lessing, Büchner und Hauptmann geglänzt hat, liegt ihr nach ihrer Berliner „Medea“ das Publikum zu Füßen, und demnächst wird man sie sogar in der „Fledermaus“ auf der Bühne singen hören.

          Vorbei sind die Tage des „Mädchens Rosemarie“

          Binnen weniger Wochen hat Nina Hoss nun den Gertrud-Eysoldt-Ring und den Darstellerpreis der Berlinale gewonnen, zwei der höchsten Auszeichnungen, die eine deutsche Schauspielerin erringen kann. Vorbei sind die Tage des „Mädchens Rosemarie“, als sie vor allem jung und blond und groß war. In den zwölf Jahren, die seither vergangen sind, hat sie die Filmhochschule Ernst Busch absolviert, ein Engagement am Deutschen Theater angenommen und sich vor allem vom Fernsehen ferngehalten, das so viele Talente in seiner Umarmung erstickt.

          Sie nennt Ingrid Bergman, Romy Schneider und Isabelle Huppert als Vorbilder, und wenn sie ihren Weg konsequent weitergeht, wird sie eines Tages wirklich das Ufer erreichen, an dem die Phantome des Ruhms auf sie warten. Dann wird der Silberne Bär des Jahres 2007 nur noch ein kleiner Schritt auf der Karriereleiter sein. Jetzt ist er noch ganz groß, ganz nah.

          (Siehe auch: Bild für Bild: Die Gewinner der Berlinale)

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