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Natalie Portman im Gespräch : Warum ein Film gut oder schlecht wird, das bleibt ein Mysterium

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Natalie Portman gehört zu den Stars der jüngeren Hollywood-Generation. Im Interview mit der F.A.Z. spricht sie über ihren Auftritt an der Seite Scarlett Johanssons in „Die Schwester der Königin“, Stereotypen und Vorbilder.

          Durch Luc Bessons „Leon“ und als Königin Amidala im „Krieg der Sterne“ wurde sie bekannt, jetzt spielt sie Anne Boleyn: Natalie Portman gehört zu den Stars der jüngeren Hollywood-Generation. Im Interview mit der Frankfurter Allgemeinen Zeitung spricht die Schauspielerin über ihren Auftritt an der Seite Scarlett Johanssons in „Die Schwester der Königin“ (Siehe auch: „Die Schwester der Königin“: Chiffon und Charakter).

          Sie sind in Jerusalem geboren, in einer isrealisch-amerikanischen Familie aufgewachsen und haben jahrelang am Broadway die Rolle der Anne Frank gespielt. Gibt es Rollen, die Sie sich gerade wegen Ihrer jüdischen Herkunft ausgesucht haben - etwa die junge Frau in „Goyas Geister“ von Milos Forman, die in die Fänge der Inquisition gerät?

          Ich habe das nicht gespielt, weil ich Jüdin bin, sondern weil es eine starke Rolle war. Bei Anne Frank, die ich mit sechzehn Jahren gespielt habe, war das etwas anderes. Das kam meiner Herkunft, meiner Erziehung, meinen Leseerfahrungen sehr nahe. Aber sonst sehe ich diesen Einfluss nicht in meinen Filmen.

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          Für einen Hollywoodstar war Ihr Auftritt als Folteropfer in „Goyas Geister“ schon sehr ungewöhnlich.

          Ja, natürlich, aber das Thema Folter ist uns doch andererseits sehr nah, denken Sie an Abu Ghraib, Guantánamo und so weiter. Es gibt sogar eine Diskussion darüber, ob Folter gesetzlich erlaubt werden soll. Diese Sache geht uns alle an.

          Kostümrollen ziehen sich durch Ihre Karriere. Als Königin Amidala in „Krieg der Sterne“ sind Sie berühmt geworden sind, jetzt spielen Sie Anne Boleyn, die Geliebte und spätere Ehefrau des englischen Königs Heinrich VIII. Spielt es sich leichter in Samt und Brokat?

          Auf jeden Fall hilft es einem, in die Figur hineinzukommen. Es verändert den Gang, die Art, wie man steht, wie man sich aufrecht hält. Selbst die Farben helfen einem dabei, sich zu verwandeln. Meine Kleidung in diesem Film hat satte, knallige Farben - dadurch fiel es mir leichter, so herausfordernd und selbstbewusst aufzutreten, wie es die Rolle verlangte. Aber das gilt in gewisser Weise auch für zeitgenössische Stoffe. Die Kleider, die ich in Wong Kar-wais „My Blueberry Nights“ trage, sagen so viel über diese Frau, ihre Härte, ihre Coolness, ihre Sehnsucht nach Geborgenheit.

          Wo nehmen Sie diese Härte jetzt auf einmal her?

          Ich weiß nicht, ob das nicht vorher schon da war. Aber natürlich gibt es diese Entwicklung von der Kindheit zum Erwachsensein. Man fühlt sich stärker, man traut sich eher, seine Leidenschaften zu zeigen.

          Die Grausamkeit und Rücksichtslosigkeit, die Sie als Anne Boleyn zeigen, ist dennoch etwas Neues.

          Es ist eine Art Experiment: Wie weit kann ich gehen? Privat bin ich nicht besonders grausam (lacht). Aber natürlich habe ich auch etwas von dieser Figur in mir, und vor der Kamera kann ich es zeigen, ohne anderen weh zu tun.

          Wenn im Kino eine Blonde und eine Brünette vor der Kamera stehen, kriegt die Brünette immer den Schwarzen Peter zugeschoben. So auch hier. Das scheint eine Art Naturgesetz zu sein.

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