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Nach Osthoffs Befreiung : Das Gespräch

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„Das ist die Sitte des Landes so, und ich passe mich halt hier eben an.” Bild: picture-alliance/ dpa/dpaweb

Sollen wir einfach mal anfangen? Der Versuch, ein Gespräch vorzubereiten: Susanne Osthoff und Marietta Slomka vor dem Interview im „heute-journal“.

          Sollen wir einfach mal anfangen? Der Versuch, ein Gespräch vorzubereiten: Susanne Osthoff und Marietta Slomka vor dem Interview im „heute-journal“.

          Marietta Slomka: Also, Frau Osthoff kann mich noch nicht hören.

          Susanne Osthoff: Doch, ich höre Sie.

          Slomka: Ach, Frau Osthoff, ich grüße Sie. Das freut mich. Mein Name ist Marietta Slomka, ich bin Moderatorin beim ZDF und wollte gleich das Interview mit Ihnen führen. Ich kann Sie auch sehen, aber Sie können mich wahrscheinlich nicht sehen.

          Osthoff: Ich hab' mich schon sehr gewundert, daß mir keiner mal - ich weiß schon, wie Sie aussehen, offenbar schöner wie ich.

          Slomka: Vor allen Dingen, von Ihnen sieht man im Moment nichts.

          Osthoff: Ich wollte nur noch mal kurz sagen, es gibt für mich, ja, Sie werden mich auch. Ich wollte vorher schon, ich warte seit heute morgen, daß mir das jetzt mal bestätigt wird, das Interview. Denn ich hab' ja gestern schon was gesagt, da wurde in der Deutschen Welle eine leichte Verzerrung, nicht nur eine Verzerrung, da wurde behauptet, ich hätte irgendwas erzählt, daß ich in den Irak zurückkehre und ein gewisser Herr Steinmeier hätte mich gewarnt. In dem Interview - ich hab' die Kassetten hier live dabei - ist diese Frage nicht mal angeschnitten worden, und ich möchte bitten, wenn diese staatlichen Sender müssen sich dann daran halten, was ich hier gesagt habe, denn sonst werde gar keinen Satz mehr sagen und deswegen bitte ich auch darum, daß ich das vorher abkläre, denn ich hab' hier die Kassetten, alles, was gesagt wurde, und wenn ich jetzt nicht mal einem staatlichen Sender vertrauen kann, dann kann ich auch nichts mehr sagen (. . .) ich möchte auch jetzt mal ganz klarstellen, daß ich dann auch mal was sagen werde, bevor mich mal jemand fragt, denn Sie werden mich nicht fragen, wie es mir geht. Sie werden mich fragen, warum haben Sie denn nicht in Deutschland sich entschuldigt (. . .)

          Slomka: Also, das tut mir leid. Ich selber habe es immer wieder auf dieser Handynummer probiert, das war auch die einzige, die wir hatten, weil ich auch ganz wichtig finde, daß man erst mal ein Vorgespräch führt und sich ein bißchen kennenlernt. Ich kann Ihnen aber versichern, ich habe hier auch einen Zettel mit Fragen, die ich mir überlegt habe.

          Osthoff: Kennenlernen werden Sie mich sicherlich nicht mehr

          Slomka: Aber daß man telefonisch mal so ein bißchen miteinander spricht und daß man ein Gefühl füreinander hat, daß Sie auch eben Vertrauen haben. Daß ich natürlich als erstes die Frage stelle, wie es Ihnen geht, und Sie nicht mit irgendwelchen Vorwürfen direkt bombardiere. Also nichts liegt mir ferner und das Gute an dem Gespräch, das wir gleich miteinander führen: Es ist so, daß es in deutscher Sprache eins zu eins so gesendet wird, das heißt, das, was Sie sagen möchten, wird dann auch so gesendet, und da gibt es keine Übersetzung aus dem Arabischen, oder da wird dann nichts verzerrt, und das ist dann so, wie wir miteinander sprechen, dann im deutschen Fernsehen zu sehen.

          Osthoff: Wenn nicht mal diese Frage gestellt wird, Frau Slomka ...

          Slomka: Welche Frage?

          Osthoff: Wenn nicht mal die Frage im arabischen Sender in zwei Interviews gestellt wird, was ich jetzt mache und wo ich wieder hinfahre, das hat, diese Frage ist nicht mehr erwähnt worden, denn es ging nur um das Kidnapping, und darum geht's jetzt auch nur und um Fakten, und ich werde da keine Fragen beantworten, wo es um Deutschland geht, denn Deutschland ist nicht mein Land mehr, schon lange nicht mehr. Und da ist auch nichts gezahlt worden, ich wurde weder gefördert noch sonst was, das sage ich Ihnen jetzt. Ganz einfach, da wird jetzt keine Fakten mehr verdreht, und ich rede bayerisch, wenn Sie es nicht verstehen,

          Slomka: Doch, mein Mann ist Bayer, ich verstehe Sie sehr gut.

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