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Medien : Montgomery kauft „Hamburger Morgenpost“

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Montgomery hat auch in Hamburg eingekauft: die Morgenpost Bild: dpa/dpaweb

„Heuschreckenalarm“ auch in Hamburg? Die Eigner der „Berliner Zeitung“ und des „Berliner Kurier“ um den britischen Finanzinvestor David Montgomery haben auch die „Hamburger Morgenpost“ gekauft.

          Die Eigner der „Berliner Zeitung“ und des „Berliner Kurier“ um den britischen Finanzinvestor David Montgomery übernehmen auch die „Hamburger Morgenpost“. Das bestätigte ein Sprecher Montgomerys am Freitag in Berlin. Eine Verkaufssumme wurde nicht genannt.

          Dem Vertrag zwischen den bisherigen Eigentümern Hans Barlach und Josef Depenbrock sowie dem neuen Eigner BV Deutsche Zeitungs Holding müsse noch das Bundeskartellamt zustimmen. Depenbrock bleibe Geschäftsführer und Chefredakteur des Blattes und übernehme zusätzlich Managementfunktionen in der Holding. Barlach bleibe dem Verlag als Herausgeber der „Hamburger Morgenpost“ verbunden und erwerbe zugleich Anteile in der BV Deutsche Zeitungs Holding.

          „Weitere Akquisitionen“

          „Wir werden unsere Zeitungsgruppe sowohl durch organisches Wachstum als auch durch weitere Akquisitionen ausbauen“, erklärten Montgomery und Gerd Schulte-Hillen als Aufsichtsratsmitglieder der BV Deutschen Zeitungsholding. Zur BV Deutsche Zeitungsholding gehört die Investorengruppe Veronis Suhler Stevenson (VSS) und Montgomerys Mecom Group.

          Montgomery kauft weiter ein

          Der Kauf sei die logische Weiterentwicklung, die mit dem Kauf des Berliner Verlages Ende 2005 begonnen habe, erklärten die neuen Eigner. Titel, Verlage, Standorte und das Management der Gruppe paßten „äußerst gut zueinander“, betonten Barlach und Depenbrock. Der Geschäftsführer des Berliner Verlages, Peter Skulimma, sagte, die „Hamburger Morgenpost“ sei „eine exzellente Erweiterung unserer Gruppe“.

          Ein bekannter Name

          Montgomery ist ein in der britischen Medienbranche bekannter Name. Er profilierte sich in den neunziger Jahren als Chef der Mirror- Zeitungsgruppe („Daily Mirror“). 1992 übernahm er die Leitung des Pressehauses, nachdem Pressezar Robert Maxwell 1991 ertrunken war. Der aus Nordirland stammende Montgomery trug wesentlich dazu bei, das abgewirtschaftete Unternehmen zu modernisieren. Nach einem offenen Streit mit dem Verwaltungsrat im Zusammenhang mit Übernahmeverhandlungen trat er Anfang 1999 als Chief Executive zurück.

          Nach seinem Abtritt setzte Montgomery auf eine neue Karriere als Medienbesitzer. Als Investor bot er laut „Guardian“ gemeinsam mit der Finanzfirma 3i für nordirische Zeitungstitel. Die Anteile habe er in diesem Jahr mit Gewinn verkauft. Auch im Bildungsfernsehen für Schulen wurde er mit 3i aktiv. Er leitet die Investmentfirma Mecom. Die amerikanische Investmentgesellschaft Veronis Suhler Stevenson (VSS) gilt als einer der weltweit größten Medienfonds und engagiert sich vor allem in Unternehmen der Kommunikationsbranche in Europa und den Vereinigten Staaten. Seit 1987 hat VSS mehr als zwei Milliarden Dollar in Private-Equity-Fonds investiert, die ausschließlich in der Medien- und IT-Branche tätig sind.

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