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„Matrix Resurrections“ im Kino : Die Informatik des Widerstands

Zwei wie null und eins: Die körperliche, geistige, seelische und digitale Liebe zwischen Neo (Keanu Reeves) und Trinity (Carrie-Anne Moss) lebt weiter. Bild: AP

Die „Matrix“-Filmtrilogie war vor zwanzig Jahren eine Pioniertat des digitalisierten Blockbuster-Kinos. Mit „Matrix Resurrections“ wird sie jetzt fortgesetzt.

          4 Min.

          Menschen stürzen sich aus Hochhausfenstern und klatschen als Fleischbomben auf die Straße (buchstäblicher kann man einen Twitter-Mob nicht visualisieren), ein Gehetzter steigt im zerschossenen Schnellzug durch einen Spiegel ins Jenseits, Videospieldramatik kracht ohne Airbag in einen psychologischen Roman: Wie, woher denn, was?

          Dietmar Dath
          Redakteur im Feuilleton.

          Das ist „The Matrix Resurrections“, die Fortsetzung der Filme „The Matrix“ (1999), „The Matrix Reloaded“ und „The Matrix Revolutions“ (beide 2003) über eine von Maschinen in Simulationen eingelullte und versklavte Menschheit der Zukunft. Der Welterfolg dieser Trilogie steht auf drei Säulen: Grübeln (Was ist Wirklichkeit?), Prügel (so viel kickendes Boxergehopse gab’s zuvor nur im Wuxiá-Kino) und Pomp (wie viele Pixel passen gerade noch ins Bild?). Mit grünlichen Spukeffekten, einer Minirolle für den ­Philosophen Cornel West, Vater des prophetic pragmatism, und 360°-Kamera-Kreiselkrämpfen („Bullet Time“) schuf das Regieduo Wachowski (damals Brüder, heute Schwestern) eine algorithmenbasierte Leinwandästhetik, die der wichtigste Konkurrent des für die Realisierung des Konzepts damals verantwortlichen Studios Warner Brothers, nämlich der Disney-Konzern, seither für Kinderspektakel wie Superheldenterror perfektioniert, normiert und universalisiert hat.

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