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Lieblingsfilme : Wer hat die zehn besten Filme gesehen?

  • -Aktualisiert am

Der kühne Versuch, der gesamten Kinogeschichte in einer kurzen Liste gerecht zu werden, öffnet zwischen Erinnerung und Vergessen eine persönliche und eine allgemeine Schatzkammer.

          7 Min.

          Mittags wird das kleine italienische Restaurant in dem an Hollywood grenzenden Viertel Los Feliz dieser Tage gern von Film- und Fernsehstars als Interviewtreffpunkt gewählt. Weil das Essen gut sein soll und die Gegend hübsch und touristenfern, gingen wir also abends. Die Star- und Trossdichte war, soweit wir das erkennen konnten, gering, dafür hing an den Wänden eine schwarzweiße Ahnenreihe der Großen glorreich vergangener Zeiten.Vielleicht war es diese Dekoration, vielleicht waren es die Tage zuvor in Hollywood, wo die Luft an den Ecken steht, als sei lange nicht gelüftet worden, und wo niemand hinschaut, wenn ein Mann an der Supermarktkasse eine lupenreine Debbie-Reynolds-Nummer hinlegt - jedenfalls drehte sich unser Gespräch an jenem Abend schnell nur noch um eines: Filme. Genauer, um die Liste der (nach Meinung von Kritikern) zehn größten Filme der Kinogeschichte, die das Magazin des British Film Institute alle zehn Jahre erstellt. Ich war gebeten worden, mein Votum abzugeben, hatte die Sache aber viele Wochen lang erst liegen gelassen und dann aus den Augen verloren. Bis sie mir an jenem Abend wieder einfiel.

          Verena Lueken

          Redakteurin im Feuilleton.

          Die Ausschreibung war denkbar offen. Die Liste konnte die meiner Ansicht nach zehn besten und für die Filmgeschichte wichtigsten Filme enthalten oder zehn Filme, die verschiedene ästhetische Richtungen repräsentieren, oder auch jene zehn, die mein Verständnis vom Kino geprägt hatten. Die Namen einiger Lieblingsfilme plumpsten sofort auf den Tisch, Francis Coppolas „The Godfather - Der Pate“ in allen drei Teilen, John Fords „The Searchers - Der schwarze Falke“, Buster Keaton als „The General“, Luchino Viscontis „Il Gattopardo - Der Leopard“, Andrej Tarkowskis „Stalker“, Billy Wilders „Some Like It Hot - Manche mögen’s heiß“, „La Dolce Vita“ und „8 ½“ von Federico Fellini, Alfred Hitchcocks „Psycho“ und viele andere seiner Filme, fast alles von Akira Kurosawa oder Michelangelo Antonioni, einiges von Ingmar Bergman, Ozu, Fritz Lang, Stanley Kubrick und so weiter. Charlie Chaplin.

          Ohne Billy Wilder ist die Liste unvollständig

          In den letzten Jahrzehnten fehlten, wenn mich meine Erinnerung nicht täuscht (und nur auf sie kam es an jenem Abend an), auf kaum einer der vielen Listen mit den besten Filme aller Zeiten „Citizen Kane“ von Orson Welles, „Sunrise“ von Friedrich Wilhelm Murnau, Sergej Eisensteins „Panzerkreuzer Potemkin“, Ozus „Tokyo Story“ oder eben „Der Pate“. Wir alle wissen, dass diese Filme zu den größten des Kinos gehören. „Lassen wir sie diesmal draußen“, sagte ich, „und machen Platz für andere.“

          Mein Begleiter meinte, ohne „Double Indemnity - Frau ohne Gewissen“ von Billy Wilder sei die Liste unvollständig. Wenn es nach ihm ginge, brächte es dieser Film auch auf eine Liste der besten fünf oder selbst drei. „Er hat das genialste Drehbuch, das je geschrieben wurde“, sagte er, ein Satz, der nicht zu belegen, aber möglicherweise wahr ist.

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