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Kinovorschau : Weiße Rosen, weißer Lärm

  • Aktualisiert am

Anna soll sterben, aber hat noch was zu sagen. Szene aus „White Noise” Bild: dpa

Frisch mit zwei Silbernen Bären ausgezeichnet, kommt „Sophie Scholl“ in die deutschen Kinos. Außerdem: Die Welt eines Jugendlichen zwischen Live-Mitschnitt und Spielfilm. Und wieder mal Besuch aus Jenseits und Unterwelt.

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          Frisch mit zwei Silbernen Bären ausgezeichnet, kommt „Sophie Scholl - Die letzten Tage“ in die deutschen Kinos. Außerdem: Die Welt eines Jugendlichen zwischen Live-Mitschnitt und Spielfilm. Wieder mal Besuch aus Jenseits und Unterwelt. Und in der ostdeutschen Provinz.

          White Noise - Schreie aus dem Jenseits

          Horrorfilm, Vereinigte Staaten / Kanada / Großbritannien 2004.

          Von der Berlinale frisch in alle Kinos: Marc Rothermunds „Sophie Scholl”

          Manchmal grüßen sie nur schön, die Toten. Die nie aufhören zu sprechen. Deren Stimmen man mit einer bestimmten Aufnahmetechnik hörbar machen kann. Manchmal aber sind sie auch richtig ungehobelt. Oder sie drohen. Dann wird es ernst. „Schreie aus dem Jenseits“ ist ein ernster Film zu diesem ernsten Thema. Und eins ist klar: Bei Drohungen belassen es die Toten nicht. Mit Michael Keaton, Deborah Unger u.a.

          Sophie Scholl - Die letzten Tage

          Drama, Deutschland 2004.

          Schon Percy Adlon und Michael Verhoeven haben Filme über Sophie Scholl gedreht. Aber wo Verhoeven vor allem die Geschichte des Widerstands-Netzwerks erzählt, das die Geschwister Scholl aufbauten, und Adlon sich auf Sophies Zellengenossin Else Gebel konzentriert, da geht Marc Rothemund zweiundzwanzig Jahre später einen ganz anderen Weg. Sein Film fängt da an, wo „Die Weiße Rose“ endet: bei der Verhaftung der Geschwister in der Münchner Universität. Und dann zeigt er die fünf letzten Lebenstage der Sophie Scholl, Schritt für Schritt, Verhör für Verhör, wie ein tödliches Ritual, dessen Ausgang von vornherein feststeht.

          Gerade erst hat der Film zwei Silberne Bären auf der Berlinale erhalten: Julia Jentsch ist als beste Darstellerin, Marc Rothermund als bester Regisseur ausgezeichnet worden.

          Alone in the Dark

          Thriller, Deutschland / Kanada / Vereinigte Staaten 2005.

          Auf die Verfilmung von Videospielen hat sich der deutsche Regisseur Uwe Boll in Hollywood spezialisiert. Und deshalb passieren in seinen Filmen auch Dinge, die gerne mal in Videospielen passieren: wenn man einen Weg gefunden hat, doch durch eine verschlossene Tür zu kommen. Wenn es einen auf eine entlegen Insel verschlägt. Oder wenn man in einem dunklen Raum steht.

          In „Alone in the Dark“ ist es der Detektiv Edward Carnby, der in einem dunklen Raum steht, der sich dort aufhält, wo er sich auf unheimliche Weise unerwünscht fühlt. Der es mit schnellen, schrecklichen und schwer verwundbaren Monstern zu tun bekommt. Und der Rest der Menschheit mit ihm.

          Egoshooter

          Drama, Deutschland 2004.

          Ein Neunzehnjähriger (Tom Schilling) läuft durch Köln und filmt sich selbst. In einer Art Video-Tagebuch hält er seine schlaflosen Nächte und seinen Alltag fest, die Konzerte eines Freundes, das Grafittisprühen oder Sex.

          Christian Becker und Oliver Schwabe, zwei Absolventen der Kölner Kunsthochschule für Medien, haben für ihren Debütfilm Jugendliche gebeten, Video-Tagebücher zu führen, und aus den Themen einen Film konzipiert, irgendwo zwischen Spiel- und Dokumentarfilm.

          Helbra

          Dokumentarfilm, Deutschland 2004.

          Regisseur Mario Schneider wuchs in dem ostdeutschen Dorf Helbar im Mansfelder Land auf. Als er von der Heroinsucht eines alten Freundes erfährt, besucht er sein Heimatdorf, spricht mit alten Bekannten und erforscht die ländliche Drogenszene. „Helbra“ ist ein sehr intimer, behutsamer Dokumentarfilm über Sucht und Langeweile in einer Region, die zwischen Resignation und Hoffnung schwankt.

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