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Kinovorschau : Von Totsein und Rotwein

  • Aktualisiert am

Erst Mörder-Hanne kann sie stoppen: Max und Moritz reloaded Bild: dpa

Den einen geht es an den Kragen, den anderen hinter die Binde: In den neuen Kinofilmen dieser Woche geht es um Lausbubenstreiche im Zeitalter des Schnellfeuergewehrs, einen Präsidenten in Gefahr und einen Komiker im Unglück.

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          Den einen geht es an den Kragen, den anderen hinter die Binde: In den neuen Kinofilmen dieser Woche geht es um Lausbubenstreiche im Zeitalter des Schnellfeuergewehrs, einen Präsidenten in Gefahr und einen Komiker im Unglück.

          Max und Moritz Reloaded

          Komödie, Deutschland 2005.

          Der Präsident ist in Gefahr - Szene aus „xXx 2”

          Mit dem Diebstahl und anschließendem Crash eines Autos sind die minderjährigen Nichtsnutze Max und Moritz (Willi Gerk und Kai-Michael Müller) diesmal zu weit gegangen. Zum großen Bedauern der Sozialarbeiterin Paula (Franziska Petri) werden sie zu erzieherischen Maßnahmen in ein Bootcamp in Thüringen verbannt. Auch die beiden schwulen ehemaligen NVA-Offiziere Axel Schultz (Sebastian Krumbiegel) und Henry Maschke (Toni Krahl) beißen sich an Max und Moritz die Zähne aus. Erst als sich die Rotzlöffel mit Mörder-Hanne (Ben Becker) anlegen, geht es ihnen an den Kragen. Der ehemalige Sozialarbeiter Eckhard Theophil als Drehbuchautor und Regisseur Thomas Frydetzki nähern sich mit „Max und Moritz Reloaded“ satirisch an den Klassiker von Wilhelm Busch an.

          xXx 2 - The Next Level

          Action, Vereinigte Staaten 2005.

          NSA-Agent Augustus Gibbons (Samuel L. Jackson) hat schon einmal erfolgreich einen Abtrünnigen für einen brisanten Sondereinsatz rekrutiert. Für den nächsten Einsatz braucht Gibbons erneut die Hilfe eines Außenseiters, den er im ehemaligen Navy-Seal Darius Stone (Ice Cube) findet, und aus dem er einen Top-Spion formen soll. Der Kampf gegen eine militärische Splittergruppe wird zu dessen Mission. General George Deckert (Willem Dafoe) steht an der Spitze dieser Gruppe, deren Einfluß bis in die höchsten Regierungskreise reicht. Ihr Plan ist es, den Präsidenten umzubringen und so einen Staatsstreich herbeizuführen.

          „James Bond“-Regisseur Lee Tamahori setzt in seinem zweiten „xXx“-Film auf Ice Cube statt auf Vin Diesel als Hauptdarsteller. Mit Samuel L. Jackson und William Defoe hat Tamahori weitere Stars für dieses Action-Spektakel engagieren können.

          Basta. Rotwein oder Totsein

          Thriller, Deutschland / Österreich 2004.

          Oskar (Henry Hübchen) erpreßt in der Wiener Unterwelt für den russischen Paten Konstantin (Karlheinz Hackl) Schutzgelder. Als er sich in die Gefängnispsychologin Maria (Corinna Harfouch) verliebt, will er der Gewalt abschwören. Bevor er jedoch in den Ruhestand gehen kann, soll Oskar den Mörder von Konstantins Tochter, den sadistischen Bordellbesitzer Leo (Paulus Manker), beseitigen. Konstantins Ziehsohn Valentin (Moritz Bleibtreu) und Belmondo (Roland Düringer) stehen dabei hilfreich zur Seite. Doch Oskar muß erfahren, daß es nicht so einfach ist auszusteigen, wenn man viele Geheimnisse kennt.

          Nach seiner Tour-de-France-Dokumentation „Höllentour“ ist „Basta. Rotwein oder Totsein“ der neueste Film von Regisseur Pepe Danquart. Danquart gewann im Jahre 1993 seinem Kurzfilm „Schwarzfahrer“ (1993) den Oscar.

          The Life and Death of Peter Sellers

          Drama, Großbritannien / Vereinigte Staaten 2004.

          Peter Sellers gelang in den sechziger Jahren der Aufstieg vom beliebten BBC-Radiosprecher zu einem außergewöhnlichen und erfolgreichen Filmkomiker, der als Inspektor Clouseau seine Paraderolle fand. Doch privat hatte der Charakterdarsteller wenig Glück. Seine selbstverachtende, exzentrische Lebensweise und seine enge Beziehung zu seiner Mutter ließen eine glückliche Ehe kaum zu. Und seine Rollen in den Komödien lehnte er mit der Zeit mehr und mehr ab.

          Regisseur Stephen Hopkins läßt Oscar-Preisträger Geoffrey Rush in die Rolle des charismatischen Peter Sellers schlüpfen, der das albtraumhafte Innenleben des talentierten Schauspielers offenbart. Das Drama gehörte zu den Golden Globe Gewinnern von 2005.

          Nachbarinnen

          Drama, Deutschland 2004.

          Jola (Grazyna Szapolowska), als Polin illegal in Leipzig, steht unter Mordverdacht und versteckt sich bei ihrer Nachbarin. Zwischen der ruppigen Paketfrau Dora (Dagmar Menzel) und ihr entwickelt sich nach und nach ein Freundschaftspflänzchen, das den Kakteen, die Dora aus Notwehr züchtet, so gar nicht ähnlich ist.

          Als sich der Verdacht gegen Jola zerschlägt, verfällt Dora auf eine Lüge, um zu verhindern, daß die Freundin sie verläßt. Doch die kommt der Wahrheit auf die Spur. Franziska Meletzkys hat „Nachbarinnen“ als Diplomfilm ihres Studiums an der Hochschule für Film und Fernsehen Konrad Wolf gedreht.

          Zimt und Koriander

          Tragikomödie, Griechenland / Türkei 2003.

          Die Reise an das Sterbebett seines Großvaters nach Istanbul wird für den griechischen Astrophysiker Fanis zu einer Reise in die eigene Kindheit: Hatte Vassilis dem jungen Fanis doch einst - schließlich steckt das Wort Astronomie im Wort Gastronomie - den Weltraum anhand von Aromen und Gewürzen erklärt.

          1964, als die Türkei alle Griechen zwang, das Land zu verlassen, mußte der siebenjährige Fanis nicht nur seinen Großvater, sondern auch seine Spielkameradin Saime zurücklassen. Und als er 30 Jahre später nach Istanbul zurückkehrt, steht Fanis vor der Frage, ob er sein Leben nicht zu sehr dem Weltraum und zu wenig der Würze gewidmet hat.

          Latter Days

          Tragikomödie, Vereinigte Staaten 2003.

          Christian (Wes Ramsey) ist ein junger und gutaussehender Homosexueller in Hollywood, in dessen Leben nur zwei Dinge wichtig sind: Partys und Männer. Seinen Kellnerkollegen im Restaurant von Lila (Jaqueline Bisset) berichtet Christian jeden Morgen von seinen Erfahrungen der letzten Nacht. Als Christian den jungen und unschuldigen Mormonen Aaron (Steve Sandvoss) kennenlernt, schlägt ihm seine Mitbewohnerin Julie die Wette vor, den mormonischen Missionar zu verführen. Doch als die Sympathie der jungen Männern füreinander wächst, stehen die beiden vor einer Menge Probleme.

          Nach der erfolgreichen Romantikkomödie „Sweet Home Alabama“ aus dem Jahr 2002 erzählt der amerikanische Regisseur C. Jay Cox in seinem neuesten Film von einer emotionalen Reise der beiden Hauptdarsteller auf der Suche nach dem Sinn des Lebens.

          Mondovino

          Dokumentarfilm, Vereinigte Staaten / Frankreich 2004.

          Regisseur Jonathan Nossiter, der zwischen Auftragsarbeiten für Hollywood und persönlichen Experimenten einen Mittelweg sucht, zeichnet in seinem Dokumentarfilm das Netzwerk der internationalen Weinindustrie nach, die längst ihren Platz in der Globalisierung gefunden hat. In dieser Welt, erfährt man, tobt ein Krieg - zwischen den großen Weingütern im kalifornischen Napa Valley oder im Bordelais, für die das Markenimage entscheidend ist, und den mittelgroßen etwa im Burgund oder auf Sardinien, für die das Anbaugebiet, das terroir ihrer Erzeugnisse im Mittelpunkt steht.

          Premiere hatte diese klassischen Dokumentation des amerikanischen Regisseurs 2004 im Wettbewerb des Filmfestivals von Cannes.

          Jarmark Europa

          Dokumentarfilm, Deutschland 2004.

          Der „Jarmark Europa“ in einem ehemaligen Stadion in Warschau ist einer der größten Basare in Osteuropa. Der Film begleitet Kaleria Michajlowna, einstmals Leiterin eines russischen Krankenhauses, sowie Swetlana Anatoljewna, eine ehemalige Musiklehrerin auf dem Basar, auf ihren Reisen und zu Hause.

          Die in Peru geborene Regisseurin Minze Tummescheit beobachtet das Treiben des Kleinhandels auf dem Basar. Für die Absolventin der Berliner Filmhochschule ist „Jarmark Europa“ das Dokumentarfilm-Debüt.

          Mission en enfer - Mission des Grauens

          Dokumentarfilm, Schweiz 2003.

          Hunderte Schweizer Ärzte gingen in den Jahren Jahr 1942 und 1943 als Freiwillige für humanitäre Missionen des Roten Kreuzes an die Ostfront, um Verwundete zu pflegen. Doch der humanitäre Auftrag stellte sich als Irrtum heraus. Die Regierung hatte ihnen verschwiegen, daß sie nur als Helfer der Nationalsozialisten mißbraucht würden.

          60 Jahre später erinnern sich die letzten Überlebenden in dieser Dokumentation des Schweizer Regisseurs Frédéric Gonseth an ihre Kriegserlebnisse und an die Greueltaten der Wehrmacht.

          El Cid - Die Legende

          Zeichentrickfilm, Spanien 2003.

          Zu Beginn des elften Jahrhunderts wächst Rodrigo Diaz de Vivar am Hof des Königs von Kastilien zusammen mit dem Sohn des Königs Sancho auf. Als der König stirbt und Sancho im Brüderkrieg um den Thron getötet wird, wird Rodrigo von Sanchos Bruder und Thronfolger Alfonso Rodrigo aus Kastilien verbannt. Doch Rodrigo kämpft um seine Heimat und seine Ehre. Mit ein paar mutigen Männern zieht er in den Kampf gegen die Feinde des neuen Königs. Bei seiner Rückkehr wird er als Held gefeiert und geht als „El Cid“ in die spanische Geschichte ein.

          Der spanische Film des Regisseurs und Zeichners José Pozo ist mit dem Goya Award 2003 und dem Großen Preis des International Festival of Children's Cinema 2005 in Moskau ausgezeichnet worden.

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