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Kinovorschau : Showdown der Latinas

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Vor Penélope Cruz und Salma Hayek ist in „Bandidas“ keine Bank mehr sicher. Außerdem von Donnerstag an im Kino: Ein kriminelles Baby, eine Nixe im Swimmingpool und Monica Bellucci als Prostituierte.

          Vor Penélope Cruz und Salma Hayek ist in „Bandidas“ keine Bank mehr sicher. Außerdem von Donnerstag an im Kino: Ein kriminelles Baby, eine Nixe im Swimmingpool und Monica Bellucci als Prostituierte.

          Bandidas

          Western, Vereinigte Staaten / Frankreich 2006.

          Mads Mikkelsen mimt den Dorfpriester, im nächsten Bond-Film ist er der Bösewicht

          Der französische Regisseur Luc Besson („Johanna von Orléans“) schrieb das Drehbuch und produzierte „Bandidas“, die beiden Dänen Espen Sandberg und Joachim Roenning führten die Regie im Western mit Hollywoods Vorzeige-Latinas Penélope Cruz („Volver“) und Salma Hayek („Frida“). In Mexiko begegnen sich 1880 die Bauerntochter Maria (Cruz) und die höhere Tochter Sara (Hayek), die den Tod ihrer Väter rächen wollen. Denn die wurden von Revolverheld Jackson kurzerhand umgebracht, als sie sich weigerten ihre Grundstücke an die amerikanische Eisenbahn zu verkaufen. Da Jackson im Auftrag einer amerikanischen Bank unterwegs ist, beschließen die beiden Frauen, sämtliche Filialen auf mexikanischem Boden gemeinsam auszurauben. Sie werden in ihrer Heimat zu Volksheldinnen, doch kommen nicht zur Ruhe, denn der New Yorker Inspektor Quentin (Steve Zahn) wird ihnen auf den Hals gehetzt.

          Adams Äpfel

          Komödie, Dänemark 2005.

          Der Film „Adams Äpfel“ von Regisseur Anders Thomas Jensen („Dänische Delikatessen“) wurde unter anderem mit dem „Kulturpreis der Dänischen Pastoren“ ausgezeichnet. Die Handlung ist in einem idyllischen Dorf in Dänemark angesiedelt, wo der großherzige Priester Ivan (Mads Mikkelsen), der für alle menschlichen Schwächen bedingungsloses Verständnis aufbringt, drei Kriminelle aufnimmt, um sie zu besseren Menschen zu machen.

          Priester Ivan gibt seine ganze Nächstenliebe und versucht, den Neo-Nazi Adam (Ulrich Thomsen), den arabischen Tankstellenräuber Khalid (Ali Kazim) und den Dieb Gunnar (Nicolas Bro) mittels kleiner Aufgaben zu erziehen. Adams Projekt ist es zum Beispiel, einen Kuchen zu backen - und zwar mit den Äpfeln des kircheigenen Apfelbaums, dessen Ernte jedoch von einer Schar Raben bedroht wird

          Little Man

          Komödie, Vereinigte Staaten 2006.

          Die drei Wayans-Brüder Keenen Ivory (steht für die Regie), Marlon und Shawn - bekannt durch ihre beiden „Scary Movies“ - lassen in ihrer neuesten Kreation „Little Man“ den Liliputaner Calvin die Welt das Fürchten lehren. Marlon Wayans übernahm die Rolle des 60 Zentimeter großen Calvin, der nach einem Schmuckdiebstahl eine Haftstraße verbüßen mußte. Shawn Wayans spielt seinen Kompagnon in Normalgröße.

          Nach seiner Freilassung klaut Calvin wieder Klunker und versteckt sie auf der Flucht vor der Polizei in der Handtasche von Vanessa. Um wieder an seine Beute zu kommen, verkleidet er sich als Baby und wartet in einem Körbchen auf der Türschwelle Vanessas und ihres Verlobten darauf, von ihnen aufgenommen zu werden und so wieder an sein Diebesgut zu kommen. Das Paar ahnt nicht, welche Überraschungen mit der Aufnahme des kleinen Rackers auf sie zukommen.

          Thank You for Smoking

          Komödie, Vereinigte Staaten 2005.

          Mit der Satire über einen Lobbyisten der amerikanischen Tabakindustrie gibt Regisseur Jason Reitman sein Kinodebüt. Er adaptierte und verfilmte den gleichnamigen Romanerfolg von Christopher Buckley mit einem bis in die kleinsten Rollen hochkarätigen Ensemble.

          Nick Naylor (Aaron Eckhart), aalglatt und abgebrüht, hat keine Probleme mit seinem Job als Faktenverdreher für Big Tobacco. Den Gegenwind von Seiten der Presse - insbesondere der Journalistin Heather (Katie Holmes) - ignoriert er, solange er kann, und konzentriert sich auf seinen Arbeit für den Captain (Oscar-Preisträger Robert Duvall). Senator Finistirre (William H. Macy) will unbedingt durchsetzen, daß jedes Zigarettenpäckchen mit einem Totenkopf versehen wird - eine Herausforderung für Nick, der sogar einen krebskranken Jungen mit dem Satz konfrontiert: „Wir wollen dich leben und rauchen sehen.“

          Das Mädchen aus dem Wasser

          Thriller, Vereinigte Staaten 2006.

          Der indische Regisseur M. Night Shyamalan („Signs - Zeichen“) hat ein neuzeitliches Märchen gedreht, in dem eines Abends eine Meerjungfrau aus dem Swimmingpool eines multikulturellen Mietshauses gefischt wird.

          Ihr Retter ist der Hausmeister, Cleveland Heep (Paul Giamatti), der seinen Job äußerst ernst nimmt und sich nun auch entsprechend verantwortlich für das Wohlergehen der Nixe Story (Bryce Dallas Howard) fühlt. Also mobilisiert er die bunte Hausgemeinschaft, um Story vor den immer wieder auftauchenden Bedrohungen zu schützen. Die Begegnung mit der Nixe verändert das Leben einiger Hausbewohner, und durch den Kontakt mit ihr werden sie zu einem Teil des Märchens, dem sie entstammt.

          Ein perfekter Platz

          Komödie, Frankreich 2006.

          Der Film der Regisseurin Danièle Thompson strotzt vor Paris-Klischees und spielt in der Prachtstraße „Avenue Montaigne“, wo Künstler, Kunstsammler und eine Theater-Concièrge mit ihren Problemen und Beziehungen einen kleinen Mikrokosmos bevölkern.

          Jessica (Cécile de France, bekannt aus „L'Auberge Espagnole“) ist eine Exotin in der Welt der Schönen, der Begabten und Reichen wie ein Katalysator.

          Das blonde Landei arbeitet als Kellnerin in dem Lokal, wo die Künstler verkehren: der zweifelnde Erfolgspianist (Albert Dupontel), die hysterische Serienschauspielerin (Valérie Lemercier), der amerikanische Regisseur (Sidney Pollack) und der krebskranke Selfmade-Millionär und Kunstsammler (Claude Brasseur). Sie alle finden nicht zuletzt durch Jessicas unbekümmerte Art zu einem besseren Leben - und die junge Frau verliebt sich in den netten Millionärs-Sohn Frédéric (gespielt von Thompsons Sohn Christopher).

          Wie sehr liebst du mich?

          Komödie, Frankreich 2005.

          Der französische Regisseur Bertrand Blier („Zu schön für dich“) beschäftigt sich in seinen Filmen immer wieder mit den Themen Verführung, Liebe und Abhängigkeit. „Wie sehr liebst du mich?“ ist die Liebesgeschichte zwischen der Hure Daniela (Monica Bellucci) und dem schüchternen Büroangestellten François (Bernard Campan). Der kommt eines Tages durch einen Lottogewinn zu Geld und bietet Daniela an, für ein großzügiges „Gehalt“ so lange mit ihm zu leben, bis das Geld verbraucht ist.

          Die Traumfrau zieht tatsächlich bei ihm ein, um die Rolle der liebenden und fürsorglichen Gefährtin zu spielen, und nach und nach wird aus dem schüchternen François ein selbstbewußter und glücklicher Mann. Doch die Freude währt nicht lange, denn Danielas Zuhälter und Freund Charlie (Gérard Depardieu) taucht auf und stört die Idylle, denn ihm paßt es gar nicht, daß seine Freundin sich ernsthaft in François zu verlieben droht.

          Olga

          Drama, Brasilien 2004.

          Eine wahre Geschichte liegt dem Spielfilm „Olga“ des brasilianischen Regisseurs Jayme Monjardim zu Grunde. Es ist die Lebens- und Liebesgeschichte der deutschen Kommunistin und Jüdin Olga Benario Prestes. 1925 verläßt die in München aufgewachsene Olga (Camila Morgado) mit 17 Jahren ihr gutbürgerliches Elternhaus, um sich der kommunistischen Bewegung anzuschließen. Sie wird die Frau des brasilianischen Revolutionärs Luis Carlos Prestes, der als „Ritter der Hoffnung“ in seiner Heimat als Legende gilt, nachdem er in den 20er Jahren einen Offiziersaufstand anführte und dann ins Exil ging.

          Olga begegnet Prestes erstmals in Moskau, wo sie bei der Kommunistischen Internationale arbeitet und militärisch ausgebildet wird. 1934 erhält sie den Auftrag, Prestes als dessen Ehefrau sicher nach Brasilien zu bringen. Aus der Farce wird ernst, beide verlieben sich ineinander und wollen eine Revolution auf den Weg bringen. Doch der Aufstand scheitert 1935, und die beiden werden ins Gefängnis geworfen. Olga, die ein Kind von Carlos erwartet, wird von Brasilien an Hitlerdeutschland ausgeliefert und 1942 von den Nazis ermordet.

          Between the Lines - Indiens drittes Geschlecht

          Dokumentation, Deutschland / Indien 2005.

          Transsexuelle gelten in Indien als „drittes Geschlecht“ mit mythischen Wurzeln. Ihr Segen wird gesucht, ihre
          Flüche werden gefürchtet. In seinem Dokumentarfilm folgt Thomas Wartmann der Fotografin Anita Khemka, die drei dieser Menschen aufsuchte und in ihrem Alltag begleitet. Laxmi, Rhamba und Asha leben am Rande der Gesellschaft, sind auf Einnahmen durch Tanzunterricht, Prostitution, Bettelei und Spenden angewiesen.

          Zum Teil sind sie glücklich, leben in Würde und voller Stolz über ihre Besonderheit, aber stets droht der Absturz in Armut und Einsamkeit. Der Film zeigt die drei Frauen in Männerkörpern aus allernächster Nähe. Regisseur Thomas Wartmann erhielt für seinen Film unter anderem den Vision Award beim Max Ophüls Filmfest.

          13 Lakes

          Dokumentarfilm, Vereinigte Staaten 2005.

          Die dreizehn schönsten Seen Amerikas (unter anderem der Lake Powell) werden in jeweils zehn Minuten langen, statischen Einstellungen gezeigt: Der Wechsel des Wetters und der Naturgeräusche bringt Dynamik in die ungewöhnliche „Diashow“ des Experimentalfilmers James Benning.

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