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Kinovorschau : Rückfaller

  • Aktualisiert am

Wiedersehen in St. Petersburg: Romain Duris und Kelly Reilly Bild: dpa

Eigentlich haben sie mit ihrem alten Leben abgeschlossen, die Kleinkriminellen der Filmstarts dieser Woche. Doch die Vergangenheit holt sie ein. Außerdem halten Weihnachten und Halloween Einzug in die Kinos.

          Eigentlich haben sie mit ihrem alten Leben abgeschlossen, die Drehbuchautoren und Kleinkriminellen der Filmstarts dieser Woche. Doch die Vergangenheit holt sie ein. Außerdem halten - vorab und nachträglich - Weihnachten und Halloween Einzug in die Kinos.

          L' auberge espagnole - Wiedersehen in St. Petersburg

          Komödie, Frankreich 2005.

          Gut, daß sie da ist: Kirsten Dunst und Orlando Bloom

          Im zweiten Teil der französischen Komödie trifft sich die paneuropäische WG aus Barcelona drei Jahre später in St. Petersburg. Alle sind ein wenig älter und ein ganzes Stück desillusionierter geworden. Xavier (Romain Duris) verdient in Paris sein Geld mit Drehbüchern für kitschige Fernseh-Soaps und sucht vergebens nach der richtigen Frau. Ein Auftrag führt ihn in London mit Wendy (Kelly Reilly) zusammen, und schließlich ist es die Hochzeit ihres Bruders William (Kevin Bishop), die alle WG-Bewohner von einst in die russische Metropole führt. Dort kommt Bewegung in die diversen Beziehungen unter den alten Freunden.

          Elizabethtown

          Komödie, Vereinigte Staaten 2005.

          Mit der Komödie „Elizabethtown“ löst das klassische Fluchtgenre des Roadmovie, das mit den kiffenden Motorradrockern von „Easy Rider“ ein Gegenbild zur amerikanischen Biederkeit entwarf, hier die Rückfahrtkarte zum patriotisch-konservativen Kleinbürgertum. Und Orlando Bloom, der als strahlend-jugendlicher Kreuzritter die Moral des Irak-Kriegs ins Mittelalterliche rückübersetzen durfte, führt nun das Kunststück vor, wie man sich in den verschlafenen Südstaat Kentucky verlieben kann, wenn das Vaterland es befiehlt.

          Daß ein in der New Economy gescheiterter Bubi seine zartfühlende Stewardess Claire (als zuckersüßes Modell: Kirsten Dunst) bekommen würde, steht nach ein paar Minuten fest. Doch die Pointe liegt in der fröhlichen Regression dieses Helden. Er hat die falsche Welt des globalen Marktes hinter sich gelassen, um die uramerikanischen Wurzeln seiner Familie zu entdecken. Lange möchte man meinen, das patriotische Idyll sei satirisch gemeint. Doch der Film geht komplett in einer Jubelfeier des bodenständigen, allzeit vollbetankten Amerika und seiner stupenden Simplizität auf.

          Es ist ein Elch entsprungen

          Komödie, Deutschland 2005.

          Kurz vor Weihnachten wirbelt ein Ereignis das Leben von Bertil, Schwester Kiki und seiner Mutter (Anja Kling) durcheinander: Ein sprechender Elch, unterwegs bei einem Testflug mit dem Weihnachtsmann (Mario Adorf), stürzt ab und bricht durch das Dach. Bertil ist begeistert von seinem neuen Freund und möchte ihn am liebsten bei sich behalten, doch der Weihnachtsmann ist hinter dem Elch her - und nicht zu vergessen ein fieser Elchjäger aus der Nachbarschaft. Der Elch wird gesprochen von Armin Rohde.

          The Call

          Thriller, Japan 2004.

          Mit mehr als sechzig Filmen hat der japanische Regisseur diverse Genres bedient, doch auf Schockeffekte versteht Takashi Miike sich besonders gut. „The Call“ erzählt die Geschichte eines verrückten Killers, der eine Reihe Schülerinnen mit Drohanrufen belästigt und dabei ihren Tod anschaulich ankündigt. Gemeinsamkeiten der Mädchen - sie besuchen z.B. Seminare über Kinderpsychologie - deuten darauf hin, daß die Drohanrufe etwas mit Kindesmißbrauch zu tun haben. Yumi stellt gemeinsam mit dem Bruder eines Opfers Nachforschungen an und stößt dabei auf nicht begrabene Leichen. Als ein potentielles Opfer vom Team einer Fernseh-Reality-Show gerettet werden soll, kommt auch die satirische Seite Miikes zum Vorschein.

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