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Kinovorschau : Playgirl, Pianistin und Souldiva

  • Aktualisiert am

„Das wilde Leben“ von Uschi Obermaier war von Sex und Drogen geprägt. Außerdem von Donnerstag an im Kino: Monica Bleibtreu als greise Klavierlehrerin, Beyoncé Knowles als Soul-Ikone und Mads Mikkelsen als Waisenhausbetreiber.

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          „Das wilde Leben“ von Uschi Obermaier war von Sex und Drogen geprägt. Außerdem von Donnerstag an im Kino: Monica Bleibtreu als greise Klavierlehrerin, Beyoncé Knowles als Soul-Ikone und Mads Mikkelsen als Waisenhausbetreiber.

          Das wilde Leben

          Drama, Deutschland 2007.

          Hannah Herzsprung und Monica Bleibtreu in „Vier Minuten”

          Regisseur Achim Bornhak verfilmte das bewegte Leben des Münchener Models Uschi Obermaier (Natalia Avelon, „Der Schuh des Manitu“). 1968 traf Obermaier in der „Kommune 1“, wo freie Liebe zelebriert wurde, auf Rainer Langhans (Matthias Schweighöfer, „Soloalbum“). Drogenexzesse und Liebesaffären wie mit den Rockstars Jimi Hendrix und den beiden Rolling Stones Keith Richards („Sonnenallee“-Hauptdarsteller Alexander Scheer) und Mick Jagger prägten ihren Werdegang. Als sie von ihrem Leben in der Kommune genug hatte, zog Uschi Obermaier weiter nach Hamburg, wo sie Dieter Bockhorn (David Scheller), den „Prinz von St. Pauli“, kennenlernte. Nach ihrer Hochzeit in Indien bereiste das Paar mit dem Wohnmobil die Welt, bis Bockhorn 1984 bei einem Motorradunfall tödlich verunglückte.

          Vier Minuten

          Drama, Deutschland 2006.

          Mit vier Bayerischen Filmpreisen ist „Vier Minuten“ von Regisseur Chris Kraus („Scherbentanz“) ausgezeichnet worden. Darunter die beiden Hauptdarstellerinnen Monica Bleibtreu („Die Manns“) und Jungschauspielerin Hannah Herzsprung. Die 80-jährige Pianistin Traude (Bleibtreu) erteilt seit 60 Jahren Klavierunterricht im Gefängnis.

          Als die 21-jährige Jenny, die wegen Mordes einsitzt, ihre Schülerin wird, kommt es schnell zum ersten Zusammenstoß der ungleichen Frauen. Jenny setzt alles daran, ihre Mitmenschen, vor allem aber Traude, heftig vor den Kopf zu stoßen. Die beiden unterschiedlichen Charaktere nähern sich im Laufe der Geschichte langsam einander an.

          Dreamgirls

          Musical, Vereinigte Staaten 2006.

          Regisseur Bill Condon („Chicago“) verfilmte die Geschichte der Dreamettes, eines schwarzen Damentrios, das Rhythmus im Blut, aber keinen Erfolg hat. Der Plot basiert auf der Karriere von Soulstar Diana Ross. Mit acht Nominierungen gilt „Dreamgirls“ als heißer Anwärter für die anstehende Oscarverleihung.

          Für Effie (Jennifer Hudson), Deena (Beyoncé Knowles) und Lorrell (Anika Noni Rose) geht es erst richtig los, als Manager Curtis („Miami Vice“-Darsteller Jamie Foxx) ihre Karriere in die Hand nimmt. Doch der Erfolg hat Schattenseiten. Weiße Bands nehmen den Mädels die Songs weg, Eifersucht untereinander kommt ins Spiel und die Abgründe des Showgeschäfts tun sich auf.

          Nach der Hochzeit

          Drama, Dänemark / Schweden 2006.

          Der Ex-Junkie Jacob (Mads Mikkelsen, „Casino Royale“) leitet in Indien ein Waisenhaus für Straßenkinder, dem die Schließung droht. Da taucht der dänische Geschäftsmann Jorgen („Wallander“-Darsteller Rolf Lassgård) auf, der eine beträchtliche Spende zur Verfügung stellt, vorausgesetzt Jacob kehrt nach Dänemark zurück.

          Vor Ort entschlüsselt sich die gemeinsame Vorgeschichte der beiden Männer, in die auch Jorgens Frau Helene (Sidse Babett Knudsen) verwickelt ist. Die dänische Regisseurin Susanne Bier („Open Hearts“) zeigt die Untiefen menschlicher Abgründe.

          Die wilden Kerle 4

          Kinderfilm, Deutschland 2007.

          Regisseur Joachim Masannek hat auch den vierten Teil der abenteuerlichen Kinderfilmreihe „Die Wilden Kerle“ inszeniert. Leon (Jimi Blue Ochsenknecht) und Marlon (Wilson Gonzales Ochsenknecht) haben mit ihrer Bande nach dem Sieg gegen die „Biestigen Biester“ jedes Fußballspiel gewonnen.

          Um den Freestyle-Soccer-Pokal zu erhalten, müssen sie einen Sieg gegen die „Wölfe von Ragnarök“ erringen. Doch die Wölfe sind keine Gegner, wie die Kerle es gewohnt sind. Hinter ihnen steht nämlich die Macht von Horizon (Anne Mühlmeier) und den Silberlichten aus dem Nebel, die einen Keil zwischen Marlon und
          Leon treiben wollen.

          Bamako

          Drama, Frankreich / Mali / Vereinigte Staaten 2006.

          Mitten im bunten Kosmos des afrikanischen Alltagslebens in Malis Hauptstadt Bamako findet eine Gerichtsverhandlung statt, in der Vertreter der afrikanischen Zivilgesellschaft Klage erheben gegen die Aktivitäten des internationalen Währungsfond IWF und die Entwicklungspolitik der Weltbank, die mit ihren Projekten und Planungen das Land zugrunde richten.

          Regisseur Abderrahmane Sissako zeigt in „Bamako“ den Kontrast von Gerichtsverhandlung und Alltagsleben, wie die nördliche Welt mit der südlichen umgeht. Erdrückt von Schulden und bemüht sich anzupassen, kämpft der afrikanische Kontinent ums Überleben. Außerdem liefert Hollywoodstar Danny Glover sich in einer ironischen Einlage ein wildes Shootout im Stil des Italowesterns.

          Saw III

          Horror, Vereinigte Staaten 2006.

          John Cramer alias Jigsaw (Tobin Bell) tritt zur dritten Runde an. Der Serienkiller ist allerdings sehr angeschlagen: krebskrank und mit dem Tod ringend, braucht er für die Inszenierung seiner Pläne eine rechte
          Hand. Noch hat er zwar einen klaren Kopf und alle Fäden in der Hand, doch sein Schützling Amanda (Shawnee Smith) muss agieren.

          Sie sorgt dafür, dass die Hirnchirurgin Lynn (Bahar Soomekh) und Familienvater Jeff in Jigsaws Zentrale entführt werden. Dort müssen die beiden grausame Prüfungen bestehen, die ihnen klar machen sollen, worin Sinn und Wert des Lebens liegen. Regisseur Darren Lynn Bousman hat nach „Saw II“ nun auch den dritten Teil des Horrorthrillers inszeniert.

          KZ

          Dokumentarfilm, Großbritannien 2005.

          „KZ“ ist ein Porträt des Städtchens Mauthausen, idyllisch an der Donau in Oberösterreich gelegen. Weltweit bekannt als Ort eines nationalsozialistischen Konzentrationslagers. Der britische Regisseur Rex Bloomstein besuchte die heutige Gedenkstätte.

          In „KZ“ zeigt Bloomstein die Angestellten, die in ihren Führungen die Geschichte des Lagers vermitteln, die Touristen, die den Ort aufsuchen, und die Bewohner, die im Schatten des ehemaligen Konzentrationslagers ein normales Leben zu führen versuchen.

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